Ich habe die ersten zwei Folgen von Star Trek Discovery gesehen…

…und sie sind ziemlich gut!
Eine kleine Review, die mit Rollenspiel zwar nicht viel zu tun hat, aber in der ich vieles loswerde, was auch für sämtliche Edition Wars gilt. Die Review enthält keine Spoiler, die nicht schon durch die Trailer bekannt oder zumindest naheliegend sind.

Star Trek Discovery ist da und steht uns seit einigen Stunden auf Netflix zur Verfügung. Ohne Vorabkritiken gelesen zu haben, bin ich als eingefleischter Trekkie ganz vorurteilsfrei an die Sache herangegangen. Vorurteilsfrei ist ein schönes Stichwort. Denn ausgerechnet die Anhänger jener Franchises, die besonders progressiv, alternativ und mutig in puncto Veränderungen sind, können zuweilen stockkonservativ sein, wenn sie ihre „reine Lehre“ angegriffen sehen. Das galt für Battlestar Galactica, eine der großartigsten Serien aller Zeiten, wenn man mich fragt, wo nichtmal die erste Folge laufen konnte, ohne dass man den Genderswap von Starbuck mit Güllekübeln überschüttete. Das galt für die Neuinterpretation von Kirk und Co eines JJ Abrams. Das galt für Star Wars VII, vom selben Regisseur. „Eine Jediritterin? Und ein schwarzer Hauptdarsteller? Was kommt als nächstes, ein schwuler Android?“ So war es zu hören, über die (immer schon!) kunterbunte Sternensaga.
Das gilt auch jetzt wieder für die erste weibliche Iteration des Doctors, aus der beliebten BBC-Serie. „Wie kann man nur?“ Und noch bevor die sogenannten Fans mit Dr Who schlussmachen konnten, bekam Star Trek Discovery den geballten Zorn der Hater ab.
Und das ist wirklich schizophren! Denn all diese Franchises strahlen eine gemeinsame Botschaft aus:

Veränderungen und die Fähigkeit sich anzupassen – die eigenen Standpunkte zu hinterfragen; sich auf Neues einlassen können, sind positive Eigenschaften.
Stehen bleiben, abschotten, rückwärts denken und Co., führen hingegen ins sichere Verderben.

Ausgerechnet Star Trek, was hier sowohl in der Urserie (TOS), als auch bei TNG quasi die Verkörperung von Progressivität und „Social Justice“ war, wurde bei Discovery als politisch motiviertes, linksgrünversifftes social justice warrior-Stück abgestempelt, da es offenbar zu wenig weiße, heterosexuelle Menschenmänner in den Trailern gab.
Man kann nur dankbar sein, dass es in Zeiten von Kirk oder auch Picard noch kein Internet gab. Was hätte man diese Serien zerpflückt! Und – wo wir beim Rollenspiel sind – auch bei Editionswechseln erleben wir, wie aufgeklärte, durchweg hochintelligente, reflektierte und sozial kompetente, kreative, aufgeschlossene Kopfkinobesucher zu stockkonservativen Wutbürgern mutieren, die wie Kleinkinder herumschreien, man habe ihnen etwas weggenommen / die Kindheitserinnerungen zerstört / persönlich ins Rollenspielregal gekackt. Die Objekte der quasireligiösen Verehrung mögen variieren und reichen von TV-Serie, über Filme bis zur Rollenspielpublikation, die Argumente sind aber stets die gleichen.

Tatsächlich sind wir hier beim Thema der ersten zwei Folgen. Denn die neue Serie spielt auch inhaltlich mit dieser gesellschaftlichen Kluft zwischen der Star Trek-typischen Multikulti-Lust-auf-Neues-Mentalität und der reduzierten Welt der Trumps, Le Pens und Höckes unserer Zeit, die sich an Besitzstandswahrung, Nostalgie und die Einbalsamierung vertrauter Realitäten klammern, wie Dr. Soran an den Nexus.

Zeitweilig fühlt man sich außerdem, soviel darf verraten werden, wie in einer Neuauflage des Klassikers Star Trek VI – Das Unentdeckte Land, welches ebenfalls die Klingonen als Antagonisten nutzte, was damals aber eine Allegorie auf den Zusammenbruch der Sowjetunion darstellte. Während 1991 die Klingonen noch als Kommunisten herhalten mussten, werden sie 2017 als das Alt-Right-Movement verkauft, das Angst vor Überfremdung und Identitätsverlust hat. Star Trek war in diesem Sinne schon immer ein Spiegel der politischen Gegenwart: Die Borg, als Picards Erz-Nemesis, waren in den frühen 90ern ein Produkt der Unsicherheit gegenüber den neuen Technologien; der Dominion-Krieg in DS9 setzte sich mit asynchronen Kriegen und Konflikten nach Ende des Kalten Kriegs auseinander und die ENT-Suliban waren klassische Terroristen, die die 9/11-Taliban ins Star Trek Universum brachten. Insofern setzen die Discovery-Klingonen eine Tradition fort.

Natürlich lassen sich Pilotfolgen bei Star Trek auch immer als anspruchsloses Popcornprogramm durchgucken, hier macht Discovery keinen Unterschied. Die einzige Frage dürfte dann nach 90 Minuten sein: Wo zum Teufel ist denn das namensgebende Schiff? Auch hier sage ich: Mutig, mutig! Ebenso das Abrücken von einer Fixierung auf den Captain oder eine Ensemble-Dramaturgie. Als Trekkie (seit der deutschen TNG-Erstausstrahlung) muss ich dennoch zugeben, dass gerade durch diese mutigen Änderungen wir den bislang besten Auftakt einer Trek-Serie erleben durften.

Die Atmosphäre, die Darsteller, die Inszenierung: Top! Abzüge gibt es beim lieblos zusammengeschusterten Soundtrack und dem etwas dünnen Plot. Doch die TNG, DS9, VOY und ENT-Piloten konnten in puncto Plot auch nicht wirklich vom Hocker reißen. Jede Trek-Serie benötigte teilweise mehrere Seasons, um richtig in Schwung zu kommen. TNG zwei, DS9 drei und VOY und ENT sogar vier Jahre. Letztere wurde – auf dem Weg der Besserung – vorschnell abgesetzt. Dieses Schicksal kann auch Discovery blühen. Wenn jedoch die Hardcore-Trekkies ihren Frieden mit der (wirklich sehr abstrusen) neuen Klingonendarstellung machen und sich zusätzlich auch die einen oder anderen Nicht-Trekkies für die Serie begeistern können, kann eine Serie entstehen, die durchaus das Potential hat, über Jahre zu unterhalten.

Ein Wort sei dennoch zu den Klingonen gesagt: Ich habe beschlossen, ihnen eine Chance zu geben. Schon einmal haben sie ein Makeover bekommen und es hat sich gezeigt, dass die Entscheidung gut war. Was ich trotzdem nicht ganz verstehen kann ist, wieso sie in ihrem Wesen, Verhalten und auch in ihrer Kampfstrategie völlig anders sind, als bisher. Unser Klingonenbild haben wir natürlich vor allem einem gewissen Worf zu verdanken, klar. Die meiste Zeit wurden uns die anderen Klingonen als rauflustige, trinkfreudige Naivlinge mit völlig überzogenem Ehrenkodex präsentiert; quasi als Selbstpersiflage. Aber die „neuen“ Klingonen sind mir bislang zu plakativ und eindimensional; so dass ich nicht denke, dass diese als Antagonist die Serie weit tragen können. Es ist ein wenig so wie mit den Kazon, bei Star Trek Voyager: Sie sind da, weil man schnell einen Antagonisten brauchte. Glücklicherweise waren sie auch schnell wieder weg.

Insgesamt gibt es eine dicke Empfehlung für die neue Serie, die – wie zu erwarten war – von Kritikern eher positiv, und von Fans eher durchwachsen aufgenommen wurde. Aber welche Star Trek Serie wurde das bei Erscheinen nicht? Früher war schließlich immer alles besser.

*seufz* Nein. War es nicht.

Denn bei Star Trek war schon immer morgen alles besser.

 

 

 

Beitragsbild: Star Trek Discovery (star-trek.com), Verwendung im Rahmen von Rezensionszwecken.

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Partystimmung bei HeXXen 1733 – Georg Friedrich Händel (Exorzist) feiert mit.

Das HeXXen 1733-Crowdfunding hat unglaubliche Rekorde aufgestellt. Innerhalb der hauseigenen Kampagnen von Ulisses hat es sowohl die unerwartet erfolgreiche Kaiser Retro Box, sowie den bisherigen Platzhirsch, die sehr tolle V20, vom Thron gestoßen. Knapp 700 Backer haben fast 117.000 € zusammen getragen, um dem neuen deutschsprachigen Pen & Paper Ereignis einen fulminanten Start zu bescheren. 

Mich persönlich freut das ungemein, da ich bekanntlich bereits seit einigen Jahren immer wieder Oneshots im Vorgänger, HeXXen 1730, leite. In den nächsten Wochen und Monaten möchte ich euch hier, als großer Fan, mit weiteren Infos und Fanware versorgen.

Besonders liegt mir hierbei ein Fanprojekt am Herzen, das sich um die abenteuerlichen Eskapaden des wohl berühmtesten Komponisten jener Tage dreht: Georg Friedrich Händel. Das Leben des umtriebigen Perückenträgers ist durch die höllischen Ereignisse gänzlich anders verlaufen, als in unserer Welt: Auch in der HeXXen-Welt ist er ein erfolgreicher und weithin geschätzter Musikus, doch ist es vor allem seine Nebenbeschäftigung, die ihn für uns interessant macht. Bei Nacht wird aus dem Komponisten ein Exorzist, der, mit Degen und Taktstock, dem widernatürlichen Gezücht kalten Stahl und heilige Oratorien in die schwarzen Herzen treibt.

Als Einstimmung werde ich im düsteren November eine Sonderausgabe der „Sieben Kreuzer“ veröffentlichen, die ausnahmsweise nicht im Scriptorium Aventuris erscheint, sondern hier als Gratisdownload zur Verfügung stehen wird.
Die rund zwanzigseitige Kurzgeschichte Georg Friedrich Händel – Exorzist: Ouvertüre bildet den Auftakt meines kommenden Solo-Abenteuers für HeXXen namens Georg Friedrich Händel – Exorzist: Athalia. Dieses wird voraussichtlich im HeXXen-Scriptorium erscheinen, sobald es zur Verfügung steht. Je nachdem, wie gut es ankommt, kann ich mir gut und gerne eine ganze Reihe vorstellen. 😉

Und wo wir gerade bei Fanaktionen sind: Bei Facebook hat sich eine erste Fangruppe für HeXXen 1733 gegründet, auf die ich aufmerksam machen möchte. Die kleine Community wächst gerade zusammen und freut sich über Zuwachs. Außerdem kann auch in einem Orkenspalter-Forenthread munter diskutiert werden. Dort ist noch nicht viel los, daher lade ich euch herzlich dazu ein.

In den kommenden Wochen halte ich weiterhin den Kontakt zu unserem HeXXenmeister Mirko Bader. Womöglich kann ich ja die eine oder andere Information aus ihm rauskitzeln und die Vorfreude auf den Release im Frühjahr anheizen.

Wer übrigens bereits jetzt seine Verbundenheit mit dem HeXXenuniversum zeigen möchte, der hat noch bis zum 5. Oktober die Gelegenheit ein Support-Shirt bei Getshirts drucken zu lassen.

Soweit erstmal von der HeXXenfront.
Kommt gut durch den Herbst, werte Mitjägerinnen und Mitjäger!

 

Zehn Jahre Rakshazar: Ein Ende und ein Neuanfang beim Orkenspalter

Das größte DSA-Fanprojekt blickt auf zehn ereignisreiche Jahre zurück. Eine unglaubliche Zeitspanne für ein ehrenamtliches Ansinnen in der Rollenspielgemeinde. Viele Engagierte kamen und gingen. Je älter die Beteiligten wurden, umso häufiger traten (teils sehr erfreuliche) berufliche oder familiäre Veränderungen ein, die eine regelmäßige Mitarbeit erschwerten. Nach der Glanzzeit der Jahre 2012 – 2014, in denen, dank Ulisses Spiele, zahlreiche Publikationen als Hardcoverbände veröffentlicht werden konnten, stand Rakshazar mehrfach fast vor dem Aus.

Zum Glück überstand das Projekt diese Dürreperiode, obgleich es im Folgenden etwas ruhiger um den wilden Kontinent im Osten wurde. Erst im laufenden Jubiläumsjahr wurden endlich wieder regelmäßig Abenteuer und Kurzgeschichten veröffentlicht. Auch die seit einiger Zeit angekündigte Fokusspielhilfe zum Tal der Klagen stand bereits kurz vor der Publikation.

Doch die Technik machte uns einen Strich durch die Rechnung: Denn leider ist es den wenigen Aktiven des Rakshazar-Projekts nicht länger möglich, die alte Forensoftware mit all ihren Tücken zu bändigen. Aufgrund der Inaktivität der Administratoren und dem damit einhergehenden Wegfall von Neumitgliedern (insbesondere interessierten Illustrator*innen), die an der Anmeldung scheiterten, wird nunmehr eine notwendige Konsequenz gezogen:

Das zehnte Jahr des Rakshazar-Projekts wird leider auch sein letztes sein.
Doch, wie heißt es im Dreistromland so schön? „Der Sultan ist tot, lang lebe der Sultan!“

Die Aktiven des Rakshazar-Projekts haben sich dazu entschlossen, mit mutigen Schritten ins zweite rakshazarische Jahrzehnt zu gehen. Das Rakshazar-Projekt mag Geschichte sein, doch die Leidenschaft seiner treuesten Autoren ist es nicht!

  • Die Aktiven des Rakshazar-Projekts, darunter drei der Gründungsmitglieder aus dem Jahr 2007, Roland „Dnalor“ Hofmeister, Thomas „Maeglin“ Geier und Raphael „Thorus“ Brack, geben hiermit die Auflösung des bisherigen Projekts bekannt.
  • Gleichzeitig verkünden sie die Gründung eines neuen Rieslandprojekts, das ab sofort beim Orkenspalter eine neue Heimat findet! Dieses neue Fanprojekt wird fortan als Die Rieslandfahrer agieren und Rakshazar – Das Riesland in einer 2.0-Version unter dem neuen Titel Abenteuer in Rakshazar fortführen.
  • Die Rieslandfahrer werden Fanware für Abenteuer in Rakshazar mit DSA4.1 & DSA5-Regeln herausbringen und künftig im Scriptorium Aventuris und/oder beim Orkenspalter publizieren. Ferner ist eine vollständige Neuauflage sämtlicher Abenteuer (inkl. Aktualisierung auf DSA5), sowie eine komplette Neubearbeitung aller Spielhilfen angedacht.
  • Als erste Spielhilfe wird die seit einiger Zeit angekündigte Fokusspielhilfe zum Tal der Klagen erscheinen, welche die namensgebende angrenzende Region jenseits des Ehernen Schwerts beschreibt. Diese wird von einer Abenteueranthologie begleitet, die sich insbesondere Reisen zwischen Aventurien und Rakshazar widmet.

Durch die Konzentration von DSA-Fans auf den Orkenspalter, der wohl bald auch von Ulisses genutzt wird, erhoffen wir uns einerseits bessere Kommunikation für unsere Redaktionsarbeit, andererseits aber auch mehr Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten mit der Community.

Denn künftig sind alle Orkenspalter-User direkt mit uns verknüpft und somit viele Hürden, die Interessierte bislang davon abhielten, sich eingehender mit unserem Projekt zu befassen, beseitigt.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Orkenspalter-Webmaster Thomas Stolz für die freundliche Aufnahme und Unterstützung.

Ebenso bedanken wir uns bei allen Ehemaligen für zehn wundervolle, wilde Jahre! Euren Einsatz, euer Engagement und euer Vermächtnis werden wir weiterhin mit dem allergrößten Respekt behandeln, um auch in den nächsten zehn Jahren für alle DSA-Fans Abenteuer und Spielhilfen voller Herzblut zur Verfügung zu stellen, um den gemeinsamen Traum eines kanon-konformen Sword&Sorcery-Settings innerhalb von DSA weiter zu leben.

Wir hoffen, dass wir unseren Fans neue, spannende

Abenteuer in Rakshazar 

präsentieren können und laden alle Freundinnen und Freunde Rakshazars zur Mitgestaltung und Mitarbeit ein.

Kuros mit Euch, auf allen blutigen Pfaden!

Eure Rieslandfahrer:

Raphael „Thorus“ Brack

Roland „Dnalor“ Hofmeister

Thomas „Maeglin“ Geier

Ravi „Ectheldir“ Bade

Tobias „Arantan“ Reimann

Preview: HeXXen 1733 – Ein exklusiver Einblick

Vor wenigen Tagen startete endlich das Crowdfunding zum wohl spektakulärsten und innovativsten deutschsprachigen Rollenspielprodukt, das sich seit den seligen Zeiten der „Chroniken der Engel“ auf den Markt begibt. Die Rede ist von HeXXen 1733, dem professionellen Nachfolger des einstmaligen Ein-Mann-Fanprojekts HeXXen 1730. Das ungewöhnliche Setting wird bei meinem Lieblingsverlag, Ulisses Spiele, erscheinen und verspricht ein echter Knüller zu werden!
Mit Mirko Bader, einem alten Fanautor-Kollegen, der Erschaffer und verantwortlicher Redakteur des Settings ist, spreche ich seit einiger Zeit über die alten und neuen Spielelemente und Mechaniken des wundervollen HeXXen 1733, das gerade von einem Crowdfunding-Ziel zum nächsten stürmt.
Vor nunmehr zwei Jahren hatte ich bereits eine Review zum Vorgänger verfasst und Mirko gewährt mir seither Einblicke in jene Dinge, die gleich geblieben sind oder sich mittlerweile geändert haben. Heute wird es Zeit für eine Preview des Nachfolgers. 

Solltet ihr noch überlegen, ob ihr ebenfalls zuschlagen sollt, kann ich euch diese Entscheidung bereits jetzt abnehmen: Ja, ihr sollt. 😉 Geht zur Funding-Seite, schmeißt all eure Gulden in die Waagschale und kommt anschließend zurück, damit ich euch erzählen kann, was ihr im nächsten Jahr wundervolles erwarten dürft.

Fertig? Auf geht’s!

Worum geht es, bei HeXXen 1733?
Schöner als Michael Mingers, im aktuellen DORPCast, kann man es im Grunde nicht formulieren: „1640, während des Dreißigjährigen Krieges, machen ein paar Söldner in nem Kloster irgendwie nen Deckel auf und da kommt die Hölle raus und ganz Mitteleuropa geht den Bach runter.“ 😉
Tatsächlich speit dieser Höllenschlund fortwährend Unheil in die Welt der Frühen Neuzeit, bis sich die heldenhaften Verteidiger der Menschheit schließlich zum Gegenschlag rüsten. Die Spielhandlung setzt fast 100 Jahre später ein, im Jahr 1733, wo sogenannte Jäger dem dämonischen Gezücht mit Feuer, Schwert, Muskete und ihren Jägerkräften zu Leibe rücken. In Jagdgruppen von üblicherweise 4 Spezialisten geht es fortan auf Dämonenjagd im europäischen Barock.

Das Hauptaugenmerk liegt tatsächlich weiterhin auf cinematischem Popcorn-Rollenspiel; die Abenteuer der Jäger orientieren sich an Filmen wie Brother’s Grimm, Hänsel & Gretel: Hexenjäger oder auch Sleepy Hollow und The Hunstman & The Ice Queen. Dabei ist HeXXen 1733 alles andere als ein Dungeon Crawler; so soll ein interessantes und innovatives Freizeitsystem auch abseits der Monsterjagd für gute Stimmung sorgen.
Ob die Charaktere lernen, heilen, musizieren, neue Tränke brauen oder ihre Garderobe vervollständigen: Alles soll einer Mechanik folgen, die auch für unerfahrene Spielleitungen (hier HeXXenmeister genannt) zu bewältigen ist und gleichzeitig die Spielercharaktere dazu animiert, tatsächlich etwas zu tun. Ein gelangweiltes „Wir gehen in die Stadt, suchen uns eine Herberge und am nächsten Tag geht es weiter…“ wird somit kein Spieler zu sagen wagen, denn die Freizeitaktionen werden zu einer relevanten Ressource, die nicht verschwendet sein möchte.

Doch wen spielen wir überhaupt, bei HeXXen 1733?
Unsere Helden sind jene tapferen Jäger, die zumeist eine turbulente Vergangenheit hinter sich haben und oftmals durch tiefe Einschnitte in ihrem Leben ins Jagdgeschäft geraten sind. Mirko verspricht, dass wir die zehn ikonischen Helden, die uns durch die Werke begleiten, auch als Archetypen spielen dürfen. Bei den Archetypen soll es übrigens ein Wiedersehen mit einigen der damaligen Helden geben: Klara, Johann und Co werden wohl wieder mit von der Partie sein. Übrigens spielt das Geschlecht, wie im Vorgänger, kaum eine Rolle. Obwohl von Gleichberechtigung in unserer Realität des 18. Jahrhunderts keine Rede sein konnte, hat die Konfrontation mit dem Bösen – zumindest unter den Jägern – die Geschlechtergrenzen aufgeweicht. Auch die Stände sind innerhalb einer Jagdgruppe zwar oft genug Anlass für gelungenes Konfliktspiel, aber im Angesicht von Dämonen ist es nicht sehr zuträglich als Blaublütiger seine Gefährten wie niedere Dienerschaft zu behandeln. Jeder der ikonischen Charaktere ist zudem mit einem reichhaltigen Hintergrund ausgestattet; wir sollen beispielsweise Einblicke in den entscheidenden Wendepunkt in ihrem Leben nehmen können, der sie zum Jäger machte. Viele Hintergründe betrachten wir im Verlauf des Buches durch die Augen der ikonischen Jäger, wenngleich auch das einstige Hintergrundkapitel, das damals zwar stimmungsvoll, aber etwas knapp daherkam, diesmal in aller Ausführlichkeit das barocke Europa des frühen 18. Jahrhunderts abbilden soll.

Die Jägergenerierung
…erfolgt abermals in einzelnen Schritten, wie man es von anderen Rollenspielen gewöhnt ist. Eine Besonderheit bei HeXXen ist, dass die Profession erst auf der zweiten Stufe hinzukommt; wir werden also die Gelegenheit bekommen, Teile unserer Charaktererschaffung aktiv auszuspielen. Großartig! Wichtiger als die Profession ist aber zunächst die individuelle Motivation eines Jägers. Sie legt primär fest, wie der Jäger tickt und womöglich auch, was ihn zu einem Leben als Jäger veranlasst hat. Sind wir auf der Flucht vor Strafverfolgung? Sind wir besonders fromm und deshalb motiviert, dem unheiligen Gezücht an den Kragen zu gehen? Oder einfach besonders fürsorglich? Wir haben die Wahl aus dutzenden dieser Motivationen. Nicht auszuschließen, dass mit Zusatzbänden weitere eingeführt werden. Das Charakterprofil auf dem schmucken Jägerbogen, den wir bereits auf der Crowdfundingseite bewundern dürfen, ist eher klassisch angelegt. Es gibt Attribute und Fertigkeiten, deren Zusammenspiel über Erfolg und Misserfolg bei rollenspielüblichen Proben entscheidet.

Die zweite Wahl, die wir zu treffen haben, ist die Frage nach der Rolle, die wir im Jägertrupp einnehmen. Zu den sechs Rollen in 1730 haben sich mittlerweile ein paar weitere hinzugesellt. Jede der Rollen definiert sozusagen unsere Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft. Sind wir beispielsweise lieber Priester, Alchemist, Attentäter oder Konstrukteur? Jede Rolle, (die man in anderen Spielen auch als Klassen bezeichnet), eröffnet uns fortan individuelle Fähigkeiten, Jägerkräfte genannt, sowie klassenspezifische Ausrüstung und Fertigkeiten. Ein Alchemist kann beispielsweise Tränke für sich und die Gruppe herstellen, da er ein mobiles Labor mit sich führt, das er im Rahmen des Freizeitsystems liebevoll hegt und pflegt. Ein Konstrukteur baut sich abenteuerliche Exoskelette, die er mit seltsamen Apparaturen bestückt, um einen Hauch von da Vincis Tüfteleien zu versprühen oder gar eine proto-industrialisierte Steampunkvariante in das Setting zu bringen. Die Absolventen der Sorbonne haben bereits im Vorgänger mit abgefahrenen Ideen geglänzt. Nun soll es noch innovativer werden. Freilich können sämtliche Fähigkeiten durch Professionen und Spezialisierungen immer weiter individualisiert werden, so dass die Anzahl möglicher Charakterkonzepte schier unendlich ist. Diese Einschränkung bei den Charakterkonzepten hatte ich bei 1730 noch kritisiert.
Das Aufstiegssystem (Steigern, Leveln) unterstützt diese Individualisierung und verfolgt somit nicht nur eine vertikale (Werte verbessern sich), sondern auch horizontale Progression: Ähnlich des alten Warhammer-Rollenspiels oder des Warhammer 40k Ablegers Schattenjäger schalten wir innerhalb unseres „Skilltrees“ weitere Fähigkeiten und Spezialisierungen frei, die uns nicht einfach nur individuell stärker machen, sondern vor allem die Jägergruppe als Ganzes. Es soll außerdem Erfahrungsbereiche geben, ähnlich wie bei DSA5, mit „erfahren, kompetent, usw.“, die nicht nur die Schwierigkeit eines Abenteuers anzeigen, sondern auch gleichzeitig neue Optionen eröffnen.

Synergien im Kampf und außerhalb
Wie kaum ein anderes Spiel, frönt HeXXen 1733 weiterhin der „Holy Trinity“, wie wir sie aus Multiplayer- oder Online-Rollenspielen kennen: Das Zusammenspiel aus Tank, Healer und Damage Dealer; dem sich am Besten ein Gesellschaftscharakter anschließt, um auch außerhalb des Kampfes zu glänzen. Wer jetzt zunächst abwinkt, sei beruhigt: Jede Klasse hat zwar ein primäres Aufgabenfeld, es spricht aber nichts dagegen, den Charakter dergestalt zu individualisieren, dass ein Allrounder entsteht. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Konstrukteur, der sein Exoskelett mit Panzerplatten ausstattet, um eine schwere Rüstung zu haben und somit die Aufgabe als Tank wahrzunehmen. Kaum zieht er an einer Schlaufe, fallen die Panzerplatten ab und er verwandelt sich bedarfsweise in einen gewandten Damage Dealer. Und Sprungstiefel und Wurfhakenschleuder machen ihn auf Wunsch so flexibel, dass er sogar als Attentäter fungieren kann, der überraschend von der Flanke aus angreift. Die starre Unterteilung, wie im Vorgänger, ist somit passé.

Auch die flüssigen Erzeugnisse des Alchemisten sind sowohl als Geschosse (es soll Säuren, Molotow-Cocktails usw. geben) als auch Tränke nutzbar (Heiltränke, Gifte etc). Andere Rollen (wie auch schon im Vorgänger: die Priester) verteilen Segnungen oder strategische Vorteile; und auch die Rolle des Nahkämpfers kann in unterschiedliche Richtungen ausgeprägt werden. Als Feldsanitäter soll er beispielsweise ebenso gut taugen, wie an vorderster Front. Die Kombinationen sind quasi endlos und zusätzlich sollen auch klassische Vor- und Nachteile wieder mit dabei sein, mit denen weiter getüftelt werden kann. Selbstverständlich bietet HeXXen 1733 auch eine riesige Zahl von Zuständen (Buffs und Debuffs), sowie ein halbes Dutzend unterschiedliche Schadensarten und Anfälligkeiten, was das Experimentieren – auch zwischen den Jägern – zu einer äußerst lohnenden Angelegenheit machen dürfte.

Erwähnenswert im Zuge der Spielmechaniken ist außerdem, dass HeXXen 1733 kein klassisches Schicksalspunkte-System beinhaltet. Stattdessen gibt es andere Ressourcen, die für spektakuläre Aktionen, Rettungen in letzter Minute oder zündende Ideen sorgen: Coups, Ideen und Espritkräfte sind das Salz in der Suppe. Glaubt man den bisherigen Testspielern, soll es ein wahnsinnig gutes System sein. Hier wurde das innovative System aus 1730 fortgeführt. Ich bin sehr gespannt, ob die Kämpfe auch weiterhin so flott ablaufen werden. Den Schicksalspunkt als letzte Rettung braucht es vermutlich ebenfalls nicht: Denn obwohl das innovative Würfelsystem (mit Espritwürfeln, Januswürfeln und Co) fulminant ist und auch die Jäger mitunter rasch im Staub landen können, sind Charaktertode eher selten. Ein Jägercharakter stirbt nur, wenn die gesamte Jägergruppe in einem Kampf ausgelöscht wurde oder er, unter noch lebenden Feinden, von seiner Gruppe zurückgelassen wird. Ersteres dürfte recht selten vorkommen, kann aber im Rahmen eines Himmelfahrtskommandos ins dämonische Höllenreich Markovia durchaus einen eigenen Reiz entwickeln. Zweiteres sorgt wiederum für Konfliktspiel innerhalb der Gruppe, die sich zurückgezogen hat und mit der aufgeladenen Schuld zu leben hat.

Mon dieu! Was für eine Atmosphäre!

Wo wir gerade bei Idee, Coups und Esprit sind: HeXXen 1733 frönt weiterhin einer herrlichen Frankophilie. Überall sollen uns stimmungsvolle Gallizismen beglücken, mit etwas Glück soll sogar ein kleines Kapitel über französische Sprichwörter den Weg in eines der Bücher finden, damit unsere Jäger (wie die DSA-Geweihten, mit ihren Vademecums) stilvoll parlieren können. Wo unsere heutige Zeit von englischen Begriffen geprägt ist, erinnert uns Mirko daran, dass noch vor wenigen hundert Jahren das Französische zum guten Umgangston gehörte. Und wenn wir vom historischem Hintergrund sprechen: Was trägt man eigentlich so, im Barock? Wir werden es erfahren. Denn die Kleidung soll sogar konkrete Auswirkungen haben und keinem Selbstzweck dienen. Für Kleidungsstücke, die wir im Set tragen, soll es Sonderregeln geben, die vor allem das gesellschaftliche Spiel fördern, uns aber auch im Kampf mit interessanten Boni versorgen.
Atmosphäre! Das war auch im Vorgänger bereits die Seele des Settings. Grund genug, an dieser Stellschraube weiter zu drehen: Wundervolle Stimmungstexte, viele historische Exkurse und immer wieder stimmungsvolle Zitate der ikonischen Jäger sollen sich durch alle Werke ziehen. Das ist im Vorgänger noch etwas kurz gekommen, also freue ich mich hierauf besonders. Auch die unterschiedlichen Interessensgruppen und potentiellen Auftraggeber, wie die Faustgesellschaft, werden weiter ausgebaut und gewinnen an Profil. Wunderbar!

Fazit
HeXXen 1733 stößt in eine bislang vollkommen vernachlässigte historische Zeit vor, wie ich es bereits vor zwei Jahren zum Vorgänger 1730 ausgeführt habe. Das ganze wirkt so neu, frisch und innovativ, dass man sich kaum noch zurückhalten kann, nicht umgehend eine HeXXen-Runde zu gründen oder selbst Material zu verfassen. Umso schöner die Meldung, dass mit den erreichten Crowdfunding-Goals mittlerweile auch ein Fanportal freigeschaltet wurde, das, ähnlich des Scriptorium Aventuris, die Publikation von Fanmaterial ermöglichen wird. Es wird uns also vergönnt sein, wie im Scriptorium Aventuris, Abenteuer, Spielhilfen und Geschichten anzubieten.

Persönlich freut mich das alles ungemein, denn meine ursprünglich für HeXXen 1730 erstellten Fanabenteuer Georg Friedrich Händel: Exorzist und das Kurzabenteuer Der letzte Sendschöffe können nun problemlos für 1733 erscheinen; vielleicht erstelle ich sogar eine kleine Anthologie. 😉 Und eine Sonderausgabe der Sieben Kreuzer, mit Schauergeschichten aus dem Barock, ist ebenfalls beschlossene Sache.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich bin absolut heiß auf dieses neue Setting und System und kann das Ergebnis kaum erwarten. Spätestens jetzt empfehle ich jeder und jedem, das Crowdfunding zu unterstützen, damit HeXXen einen fulminanten Start erhält und zu einem riesigen Erfolg wird.

Au revoir, chasseurs! Le Seigneur soit avec vous!

Beitragsbild: HeXXen 1733. Mit freundlicher Genehmigung von Ulisses Spiele. 

Sieben Kreuzer #2 erschienen!

Mit ein wenig Verspätung ist soeben die zweite Ausgabe des derischen Groschenmagazins Sieben Kreuzer online gegangen. Acht Wochen zu spät, aber immerhin pünktlich zur RatCon. 😉
Wie? Du hast keine Ahnung, was es mit den Sieben Kreuzern auf sich hat? Hier gibt es einen Überblick.

In Ausgabe 2 enthalten:

Der zweite und abschließende Teil der Detective-Noire-Story
Agente Verici und der Rote Rächer: Ein unmöglicher Mord 

Das zweite Kapitel des Rakshazar-Fortsetzungsromans
Prinzessin Zera: Blutiger Sand

Das Reisetagebuch des Ilcoron Schwarzblatt:
Von Nostria ins Tulamidenland.

Diesmal konnten wir Kurzgeschichtenautor Helmut Marischka (als Hubert K. Marten) für die Ausgabe gewinnen. In einer der nächsten Ausgaben wird uns Christoph Vogelsang, als Raymond C. McAvian, beehren.

Die zweite Ausgabe der Sieben Kreuzer umfasst erneut über 30 Seiten, kommt im praktischen Din-A5 Format daher und ist erneut gratis im Scriptorium Aventuris zu bekommen.
Wer möchte, gibt den Autoren mit der Pay what you want-Funktion einen Kaffee aus.
Empfohlen werden weiterhin, wie der Titel schon sagt, 7 Kreuzer. (70 cent)

Hier geht es direkt zur Ausgabe 2 im Scriptorium Aventuris!

Und die erste Ausgabe ist hier ebenfalls weiterhin zu haben!

 

 

„Danke für Ihr Geld. Und jetzt raus!“ Die peinliche Prometheus Games Krise und vom generellen Umgang mit Crowdfunding-Kunden

Als sich Anfang März die Wut der Crowdfunding-Unterstützer mehrerer Prometheus Games Produkte dergestalt entlud, dass der umstrittene Verlag die Notbremse ziehen musste und auch einige Blogs (beispielsweise hier und hier) auf die Sache aufmerksam wurden, da juckte es mich gewaltig, als Savage Worlds Fan und Crowdfundingfreund mit einem Hang zum Krawallschlagen, hier, an dieser Stelle, ein bis zwei flame-gefüllte Schachtelsätze zu formulieren, um den Prometheus-Leuten ein paar verbale Dellen in den Spartiatenhelm zu kloppen.
Doch ich sagte mir: Warte mal ab. Vielleicht wird es ja noch „lustiger“.
Und, was soll ich sagen… Na ja… Seufz… Das wurde es.

Prometheus Games vollführt weiterhin eine PR-Fail-Achterbahnfahrt, bei der man sich sogar als Unbeteiligter am eiligst herbeigeholten Popcorn verschluckt. Mittlerweile ist man laut Facebookbeiträgen von Betroffenen dazu übergegangen, die quengelnden Unterstützer, die zigtausende Euros in ihre Verlagsprodukte gesteckt haben, aus dem Forum zu schmeißen. Das „Verbrechen“ der nervigen Missetäter: Sie machen darauf aufmerksam, dass sie bereits vor Jahren für etwas bezahlt haben, was immer noch nichtmal ansatzweise in Sicht ist. Natürlich wurden insbesondere jene Querulanten „entsorgt“, die mit exakten Timelines und Zitaten der Verlagsverantwortlichen entsprechenden Druck in der Community erzeugten.

Noch weniger als vorher scheint Prometheus Wörter wie Zuverlässigkeit, Einsicht, Serviceorientiertheit und Termintreue zu kennen. Anfang Mai kündigten sie beispielsweise in den Kommentaren eines nichtssagenden Updates ein Statement an, das Ende der Woche (also spätestens am 7. Mai) erscheinen sollte und konkret auf Fragen von Fans und Unterstützern der Dresden Files eingehen sollte. Bis heute erschien – wie zu erwarten war – nichts.

PG FB

Das bislang letzte Statement zu den Dresden Files. An den Vertröstungen und Versprechungen hat sich auch nach dem selbstkritischen März-Statement nichts geändert. Nur ein Beispiel dafür, was Unterstützer, die viel Geld bezahlt haben, gerade durchmachen müssen.

Die „Updates“ von PG sind allesamt so angelegt, dass in wortreichen Erklärungen quasi nichts gesagt wird, sondern nur, wie fleißig man sei und wie super das alles wird. Ein Facebook-User meinte sinngemäß, dass es dem Hungernden nicht hilft, wenn man ihm Bilder vom Essen zeigt. Hat er Recht, wie ich finde. 😉 Es wäre jetzt müßig, all die Unwahrheiten, Vertröstungen und Ablenkungen aufzuzählen, die der Verlag in den letzten Wochen, Monaten und Jahren so von sich gegeben hat. Und auch die harten, nackten Zahlen, die dem Verlag ein Armutszeugnis ausstellen, haben andere bereits ins Web gestellt.  Die Tatsache, dass man gegenüber Fans und Unterstützern mit verschiedenen „Abteilungen“ im Haus argumentiert und ständig „zuständige Mitarbeiter“ vorschiebt, die gerade krank, im Urlaub oder „verschwunden“ (sic!) sind, ist umso lächerlicher, wenn man weiß, dass der Verlag noch nichtmal verhehlt, dass er aus weniger als ner handvoll Personen besteht. Besonders kurios: Man hat sich u.a. eingestanden, dass die Kommunikation suboptimal war und dass man sich bessern wolle. (Lustig: Das haben sie schonmal gesagt, wie hier von Arkanil dokumentiert wurde. Damals (2015) war Elyrion bereits extrem spät dran, sollte es doch Weihnachten 2014 erscheinen. Guess what: Die armen Elyrion-Fans warten immer noch…)
Man sieht also: Statt größtmögliche Transparenz und Kundennähe zu beweisen, wurde die Kommentarfunktion auf der PG-Seite deaktiviert und unliebsame Forenuser rausgeschmissen. Gilt übrigens auch für Unterstützer, die sich auf der Facebookseite von PG kritisch äußern.
Um mal einen Eindruck zu bekommen, wie sich die Crowdfunding Unterstützer fühlen müssen, erhält man in dieser netten Chronologie des Scheiterns zum Dresden Files Crowdfunding recht interessante Einblicke. Und, wie gesagt: Dresden Files ist im Vergleich zu Elyrion noch ein Kindergeburtstag…

Wieso lernt man nicht daraus? Wieso werden die eigenen Kunden dämonisiert? Wieso kriegen das andere Verlage alles viel viel besser hin? Und wieso kann man nicht mal offene und ehrliche PR machen? Ständig liest man Posts von PG, worin sinngemäß steht: „Ja, wir haben Fehler gemacht und ja, es wird alles besser, aber nein, wir konnten da überhaupt nichts dafür, das war die Druckerei, der Autor, der Kollege, der gerade im Urlaub ist und die Katze hat die Hausaufgaben gefressen, und überhaupt: nun werd mal hier nicht unhöflich, sonst kriegst du gar nix!“ Stattdessen wird weiterhin alles schöngeredet. Hält man (ausgerechnet!) die Rollenspielszene für so doof? Man muss doch wissen, dass man da (im besten Sinne) wortgewandten, gebildeten, kreativen und bisweilen recht aktionistischen Leuten gegenüber sitzt und mit entsprechend Gegenwind zu rechnen ist, wenn man derlei Sprechblasen und Nullinfos absondert. Es gibt umgekehrt aber auch kaum eine Community, die erfahrungsgemäß so schnell „Schwamm drüber!“ sagt, wie die überaus sozial kompetente Rollenspielgemeinde. Aber dann muss man aufhören, ihr immer wieder ne Karotte vorzuhalten.

Wie kommt es generell dazu, dass sich sowohl kleinere als auch größere Anbieter gerne mal an Crowdfundings verheben? Prometheus mag das Sahnetopping auf dem Kuchen sein, aber auch in anderen Bereichen fühlt man sich als Unterstützer (also de facto Mit-Produzent und Kunde zugleich) nicht immer wonnigwohl. Mittlerweile gibt es ja sogar schon einen gewissen „Katastrophentourismus“ im Netz, über gescheiterte Kickstarter-Projekte oder Anbieter, die sich mit der Kohle aus dem Staub gemacht haben. Noch immer ist das Konzept des Crowdfundings recht neu und nicht so leicht zu überschauen. Doch selbst wenn alles prima läuft, muss im Nachklang nicht immer alles mit der selben Begeisterung weiter geführt werden, mit der ein Projekt begann.

Oder auch mal überhaupt nicht. So fühle ich mich ganz persönlich von der Kommunikationspolitik beim Ulisses Crowdfunding ein wenig veräppelt. Gerne habe ich die Vampire V20 unterstützt. Mehrere Nachfragen im Nachgang, sowohl per Mail als auch zuletzt im Forum, bei denen ich einfach nur wissen wollte, ob die weiteren V20-Bände auch noch übersetzt werden, wurden in bester Prometheus-Manier einfach ignoriert. Dabei hatte ich keineswegs die Hasskappe auf, die viele PG-Unterstützer heutzutage (mit Recht!) tragen, sondern wollte dem heimischen Verlag einfach etwas Gutes tun. Bevor ich mir die Originalbände bestelle (die ich sowieso schon per Drive Thru als PDF habe), möchte ich gerne erfahren, ob ich lieber auf deutschsprachige Hardcoverbände warten sollte, um einen hiesigen Verlag zu unterstützen, bevor ich den Lizenzgeber in Übersee bezahle und meine Bücher über den Atlantik schippern müssen. Wenn man mir sagen würde: „Ja, kommt. Aber erst in drei Jahren.“, dann wäre mir selbst das die Wartezeit wert. Statt dessen wedele ich öffentlich mit Geld, aber man will es nicht. Im Fall von Ulisses ist also nicht etwa die Durchführung des Projekts zu bemängeln, sondern eher die „Nachbetreuung“. Und wenn es nur eine freundliche kleine Zeile wäre, wo der betreffende Redakteur sagt: „Sorry, ich weiß es absolut nicht. Freut mich, dass du auf unser Produkt wartest und uns unterstützen möchtest, aber ich hab wirklich keine Ahnung, ob das klappt.“ Damit wäre ich absolut zufrieden und könnte im Zweifelsfall das Originalexemplar bestellen.

Nicht einmal in der Games- oder Film-Branche werden veröffentlichte Titel redaktionell und PR-technisch so mies (nämlich gar nicht) weiter betreut. Unverständlich gerade deshalb, weil man nicht den exorbitanten Erfolg eines Crowdfundings zum Anlass nimmt, an dieser Stelle weiter zu machen oder weitere Fans zu gewinnen. Als bislang einziges Projekt erreichte die Vampire V20 eine sechsstellige Finanzierungssumme beim Ulisses Crowdfunding. Die Nachfrage war und ist also offensichtlich gigantisch. Wieso lässt man Kunden so im Dunkeln tappen, über die Fortführung der Reihe? Wieso gibt es seit Februar 2016 kein Statusupdate mehr? Als Kellner fragt man doch auch, ob dem Gast das Essen geschmeckt hat, oder? Vielleicht gibt es ja Anregungen, Ideen oder einfach der Wunsch nach einem Dessert, wie in meinem Fall. Wieso lässt man einen so großen Haufen Geld liegen?

Freilich liegen zwischen den Crowdfunding-„Problemen“ von PG und Ulisses Welten. Daher auch keinen Vorwurf, an den sympathischen Verlag aus Waldems, denn das ist individuelles Jammern auf hohem Niveau. Dennoch möchte ich, um die Überschrift aufzugreifen, einmal am plastischen Beispiel darstellen, wie es dazu kommen kann, dass sich Kunden „komisch“ behandelt fühlen:

Crowdfunding bei Ulisses:
In den Laden gegangen, Geld auf den Tisch gelegt, einwandfreie Ware nach kurzer Wartezeit erhalten, gefragt, ob man zukünftig noch mehr kaufen kann und in die versteinerte Miene des Verkäufers geblickt. Minutenlanges, eisiges Schweigen. Schulterzuckend rausgegangen und über die Ware gefreut, aber etwas verwirrt vom seltsamen Verkäufer. Wenn es doch mal wieder was schönes geben sollte, bin ich trotzdem dabei! 

Crowdfunding bei Prometheus Games:
In den Laden gegangen, Geld auf den Tisch gelegt. Verkäufer sagt: „Danke. Kommt.“ 
Ein Jahr später zurückgekehrt. Käufer fragt: „Und?“ Verkäufer sagt: „Kommt.“
Ein Jahr später zurückgekehrt. Käufer fragt: „Und?“ Verkäufer sagt: „Kommt.“ 
Ein weiteres Jahr später zurückgekehrt. Käufer fragt: „Und?“ Verkäufer sagt: „Raus! Hausverbot!“ 

Als persönliche Lehre aus der Sache ziehe ich, dass ich lieber ignoriert werde, nachdem ich meine Ware habe und der Verlag einfach kein weiteres Geld von mir will, als dass ich jahrelang hingehalten und verschaukelt werde und dann auch noch einen Maulkorb bekomme, weil den Verlagsmenschen bei Prometheus Games die Wahrheit nicht gefällt. Als Lehre aus der Sache ziehe ich auch, dass ich aus voller Solidarität mit den aberhunderten Hobbyfreunden, die von PG geärgert wurden werden, kein Produkt aus dem Hause Prometheus mehr erwerben möchte. Das schöne ist ja heutzutage, dass man jederzeit zum Originalexemplar greifen kann. Und wenn die Gerüchte stimmen, wonach PG die Savage Worlds Lizenz entzogen (bzw. diese nicht verlängert) wurde, weiß ich, dass ich bei meinem Lieblingsregelsystem jetzt zumindest Planungssicherheit habe. 😉

Was meint ihr? Ist Crowdfunding immer noch ein Glücksspiel für die Unterstützer? Oder sind die fertigen, druckfrischen Exemplare alle Strapazen wert, wenn man sie erstmal in Händen hält?

Update, 12.05.17, 13:15:

Auf der Facebookseite von Teilzeitheldenchef Roger Lewin haben sich nun auch Autor*innen zu Wort gemeldet, die kleine Einblicke in die „andere Seite“ geben, nämlich die der von Prometheus Games „Beauftragten“, denen man ja seitens PG gerne mal die Schuld an diesem und jenem in die Schuhe schiebt. So schreibt Anja Bagus, Mitautorin der Anthologie Blutroter Stahl, dass die Auflage für genanntes Werk angeblich nur 70 Exemplare betrug und die Autor*innen keine Belegexemplare von PG erhielten. Eine Abrechnung habe es ebenfalls nie gegeben. Mitautor und selbst Ex-Unterstützer des Crowdfundings, André Skora, berichtet, dass er seine Crowdfunding-Summe erst nach langem hin und her zurückerhalten habe. Selbst für jemand, der also bereits vom Verlag publiziert wurde, wurde die Rückforderung zu einem Spießrutenlauf. Wie Greifenklaue als Herausgeber von Blutroter Stahl in den Kommentaren mitteilte, haben die Autoren ihr Belegexemplar von Greifenklaue erhalten, so dass keiner leer ausging.

Roger Lewin wusste darüber hinaus zu berichten, dass Prometheus nicht zur RPC kommen wird und Presseanfragen diesbezüglich ignoriert.

In einem anderen Thread wies ein Crowdfunding Unterstützer darauf hin, dass sich Verlagschef Christian Loewenthal seit Ende März nicht mehr im verlagseigenen Forum hat blicken lassen, was sich beim Klick aufs Aktivitätenprofil schnell ermitteln lässt. Ein Thread, der zum Sammeln von Fragen bzgl. des Crowdfundings gedacht war, wurde dort wenige Tage zuvor geschlossen. Auf die Antwort der Fragen warten die Unterstützer nun in der sechsten Woche. Der Verlagschef hat sich den ganzen April und bisherigen Mai über nicht im Forum geäußert. André Skora meinte auf Facebook, dass Herr Loewenthal wieder im Urlaub sei. In einer persönlichen Mitteilung meinte ein sehr aufgebrachter und mitteilungsbedürftiger weiterer Autor und Crowdfunding Unterstützer, der nicht genannt werden möchte, dass die Verlagsprobleme wohl auf private Dinge zurückgingen, die Herr Loewenthal in seinem privaten Blog im Dezember letzten Jahres auch angeteasert habe. Auch hier gibt es seither keinen Blogpost mehr. Der anonyme Autor teilte mir auch mit, dass Prometheus Games sich seiner Einschätzung nach über die Jahre völlig übernommen habe. Der Verlag sei de facto nie mehr gewesen als ein Büro und ein Lager in einem Einfamilienhaus in einem Vorort. (Anm.: Die Aussage habe ich geprüft und das ist korrekt. Verlagssitz ist laut Impressum die Kolberger Straße 1 in Duisburg, Google Street View zeigt ein Wohnhaus.) Immer wenn Herr Loewenthal auf den „Kundenservice“ (wie hier) oder andere „Abteilungen“ verweist, meine er im Grunde sich selbst. Dabei ist er ganz offen, wenn er sich als „Kleinverleger“ bezeichnet, der zu Beginn (vor ca. 10 Jahren) keine Ahnung vom Verlagsgeschäft hatte und das auch zugibt („Als wir mit Prometheus Games angefangen haben, wussten wir nichts. Wirklich. Gar nichts!“).

Ich schließe mich Roger Lewin an, wenn er in dem Kommentar unten sagt, er wolle niemandem etwas böses. Ich habe aber schon einige Unternehmen erlebt (teils als Angestellter) und erkenne hier die selben dunklen Zeichen. Die Kommunikation wird ganz weit zurückfahren, kein Geld wird mehr rausgerückt und wenn, dann nur ggü. dem, der am lautesten schimpft und wo niemand mehr erreichbar ist und reagiert, nichtmal auf Anfragen der Fachpresse, wie es jetzt der Fall ist. Dass Feder & Schwert nicht mehr an Bord ist, dass Paypal ne Bonitätsprüfung machte (und zwar nur bei PG, andere Verlagsshops im deutschprachigen Raum haben offensichtlich kein Problem), woraufhin PG beleidigt die Zusammenarbeit mit Paypal beendete, dass Autoren öffentlich wüten, dass der Verlust oder das Auslaufen der Savage Worlds Lizenz halbherzig bzw. gar nicht dementiert wird, dass Leute ihr Geld nicht zurückbekommen und nicht zuletzt: Dass PG erstmals die RPC sausen lässt. Das alles ergibt ein düsteres Gesamtbild.

Update: 12.05.2017, 16:30 Uhr:

Wie ich eben erfahren habe, erlaubt Tanelorn seit gestern abend wieder kritische Kommentare zum PG Crowdfunding. Tanelorn war unter Fans in die Kritik geraten, da sie als Partnerseite von Prometheus fast jegliche Kritik zu PG unterbanden. Selbst als sich die Entwickler von Studio 2 hinter die Crowdfunding Unterstützer stellten, wurde die Meinungen im Tanelorn (wohl auch aus Furcht vor möglichen rechtlichen Konsequenzen) kanalisiert und auf das reine Wiedergeben von Informationen reduziert. Heute morgen stellte Administrator Boba Fett klar, dass Tanelorn auf der PG-Seite noch als Partner gelistet sei; dass die Partnerschaft aber seitens Tanelorn beendet wurde. (Quelle)

Apropos Studio 2: Ein paar Worte zur Einordnung, was es mit Studio 2 auf sich hat. Die führen zur Zeit das englischsprachige Kickstarter für Ratten! (Packs!) durch, im Auftrag von Prometheus. Wie President Jim Searcy im Februar berichtete, wurde Studio 2 lediglich als Name benutzt, um den Kickstarter zu nutzen, da damals noch kein deutsches Unternehmen dort teilnehmen durfte. Da ihm PG als Lizenznehmer von Savage Worlds seriös erschien, hat man zugestimmt seinen Namen für die Kampagne herzugeben. Dennoch wurde alles von Anfang an durch PG betreut.

„Hello All, We understand your frustration with this project completely. We have been ensuring your comments and messages have been getting to the Packs team as well as trying to get more frequent communication from them to you through updates. This project was run by the Packs team from day one and only used the Studio 2 name because at the time a German company could not run a Kickstarter project so we at Studio 2 assisted them. As Prometheus Games is the German publisher/licensee of Savage Worlds/Pinnacle Entertainment we saw very little risk in assisting them. Prometheus Games also is continuing to publish games in German so they are still there and in business so we believe the game will be completed. We are working with every contact we have to try and get the Packs team to provide updates and deliver the products promised. I assure you that since Studio 2 Publishing’s name is on the project we will get the product delivered or issue refunds once we have exhausted all options. I do apologize to all backers for this experience.“ (Quelle)

Im PG-Forum zitierte ein User bereits Ende April Jim Searcy in einem weiteren Kommentar: „We have been trying to get information from them through all channels we have to communicate with them but have had very little success. We have asked Prometheus to either complete and deliver the rewards soon or refund the backers. I apologize for the issues with this campaign.“ Offensichtlich ist PG nicht nur für Kunden und Unterstützer „schwer erreichbar“…

Zur Nichtteilnahme von Prometheus Games an der RPC wusste indessen Roger Lewin auf Facebook zu berichten, dass er die Info von NOVA-Autor Daniel (Scolaris) habe. Davon unabhängig geistert gegenwärtig das Gerücht umher, dass PG deshalb nicht teilnimmt, weil sie mit dem mutmaßlichen Verlust der Savage World Lizenz bei einem Messestand ohne Savage Worlds Produkte auftauchen müssten und damit die Katze aus dem Sack wäre. Andere mutmaßen, dass sie einfach nur den unerfreuten Unterstützern und Pressevertretern aus dem Weg gehen möchten.

Update: 12.05.17, 17:30 Uhr

Hab mir die „Partner“ von PG mal angeschaut.

Exfreundinnen

Quelle: http://www.prometheusgames.de/verlag/community/prometheus-games-demoteam/

Tanelorn hat heut morgen bereits protestiert, dass sie fälschlicherweise als Partner beworben werden. Nun hab ich auch bei Roger Lewin (Teilzeithelden) nachgefragt, bzgl. der angeblichen Partnerschaft mit PG. Dieser wusste gar nichts von einer solchen Partnerschaft. Zitat: „Wir haben Partnerschaften mit keinem Verlag, das widerspricht unserem journalistischem Ideal. Wir verpartnern nur mit Händlern oder anderen Portalen.“
Und ganz unten sieht man noch die Rezensionsempfehlung für „Blutroter Stahl“, mit der man sich schmückt. Die Wahrheit ist, dass die Autoren den Vertrag mit PG erfolgreich aufkündigen konnten und die Rechte nun nicht mehr bei PG liegen. (Quelle)

Update: 13.05.17, 1:30 Uhr:

Teilzeithelden schrieb bereits im März 2017 das folgende: „Aus Quellen, die nicht namentlich genannt werden wollen, haben wir die Nachricht erhalten, dass Prometheus Games die Lizenz an Savage Worlds verloren haben soll und sich in Verhandlung mit Banken  befindet. Mehrere Autoren sollen noch kein Geld für ihre Arbeiten erhalten haben und wollen aus ihren Verträgen.“ (Quelle)

Von anderen anonymen Quellen, die versicherten, nicht mit Teilzeithelden gesprochen zu haben, wurden mir deckungsgleiche Informationen zugespielt, die ich als absolut glaubwürdig erachte. Die Informanten meldeten sich gestern auf meinen Blogpost und konnten – sofern möglich – ihre Identität und ihre Aussagen auch belegen. Die Eckpunkte: Die Lizenz für Savage Worlds soll PG tatsächlich entzogen worden sein. Die Quellen gaben als Motivation für ihre Auskunft an, dass sie sich durch den gestrigen „mutigen Vorstoß“ der „Blutroter Stahl“ Autor*innen Anja Bagus und André Skorus (die erfolgreich aus ihrem Vertrag rausgekommen sind) ermutigt fühlten, diese nicht alleine, oder gar als „Lügner“ dastehen zu lassen. Die anonymen Quellen haben große Angst vor rechtlichen Konsequenzen, kreiden PG aber ihrerseits Vertragsbruch an, so dass sie wenigstens anonym ihrem Frust Gehör verschaffen möchten. Sie bestätigten im Grunde die Aussagen, die das „Blutroter Stahl Team“ machte und ergänzten, dass auch die Info, wonach Prometheus Autor*innen, Lektor*innen oder Übersetzer*innen nur unzureichend oder gar nicht bezahlen wollte oder bezahlen könnte. Die Information der Teilzeithelden, wonach sich PG-Verantwortliche nach „frischen Geld“ umschauen sollen, wurde ebenfalls durch diese Quellen bestätigt.

Edit: Einen weiteren Abschnitt hab ich erstmal umformuliert. Womöglich findet sich noch ein Beteiligter/Betroffener, der sich namentlich exponieren möchte, um näher darauf einzugehen. Quellenschutz ist eine Sache, aber mit Verweis auf Quellenschutz kann man quasi jeden Quatsch raushauen und in den Ruf möchte ich nicht kommen. 😉

Update 13.05.17, 13 Uhr: 

Viele Zuschriften erreichten mich, im Grunde wird vieles von dem wiederholt, was oben bereits beschrieben wird. Bislang wollte sich aber noch keiner namentlich exponieren. Die Quellen verweisen auf Herrn Loewenthals juristische Kenntnisse oder eine Verschwiegenheitserklärung. Daher werde ich jetzt hier nicht jede Mail wiedergeben.

Das Ansinnen des Blogposts war, Schwung in die Sache zu bringen und PG wachzurütteln, nachdem sie nun seit Wochen Verstecken spielen. Das ganze in der Hoffnung, dass die Crowdfunding-Unterstützer bald ihre Produkte erhalten. Ich denke, dass nun ausreichend Schwung drin ist. Gerne könnt ihr unten weiter kommentieren. Hier beende ich erstmal die Updates, bis wirklich berichtenswerte Neuigkeiten eintrudeln. PG soll die Chance bekommen zu reagieren und die Infos (die für letzte Woche versprochen waren) endlich mitzuteilen.

Ich mache jetzt erstmal Urlaub Wochenende. 😉

Edit: Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass Kommentare, die einfach nur beleidigend und niederträchtig ggü. Prometheus oder deren Mitarbeitern, aber auch ggü. anderen Personen sind, nicht von mir freigeschaltet werden. Hier geht es nur um die Sache, nicht um persönliche Verwünschungen. Auch offene Mutmaßungen über etwaige Insolvenzen und Co. werden nicht geduldet.
NIEMAND kann ein Interesse daran haben, PG die Insolvenz an den Hals zu wünschen! Das ist nicht nur unter der Gürtellinie; auch würde in dem Fall wohl niemand seine bestellten Produkte bekommen.
Hart aber fair, lautet die Devise. Bleibt anständig. Danke. 😉 

Liebe Grüße
Thorus aka Raphael

 

Update 14.05.17, 10 Uhr:

Doch noch ein Nachtrag! Michael Mingers (Ulisses) hat sich gemeldet, bzgl. meiner wedelnden Geldscheine für eine weitere Ladung Vampire V20-Bücher. 😉 Sein Kommentar ist irgendwie von WordPress in den Spamordner sortiert worden, tatsächlich hat er sich quasi sofort nach Erscheinen des Blogposts gemeldet. Hier mal im Wortlaut, damit es in den Kommentaren nicht untergeht:

„Wir KÖNNEN halt leider nix zu weiteren WoD-Produkten sagen, da … der Lizenzpartner da etwas wankelmütig ist. Wir würden gerne weitere V20-Bücher oder Dark-Ages bringen, aber wir haben halt keine Gewissheit und können da auch nichts versprechen. Ich dachte, dass wir das immer mal kommuniziert haben. Sorry, wenn dir im Forum nicht geantwortet wurde, aber da wird nicht alles gelesen. Wenn du konkrete Fragen an Ulisses hast, schreibe bitte an feedback@ulisses-spiele.de, da solltest du innerhalb kurzer Zeit eine Antwort erhalten. 🙂“ – Michael Mingers

Danke für die klärenden Worte, Michael! 🙂 Ich warte einfach geduldig weiter, ob wir Nachschub bekommen.
Zur Kommunikation: Es wurde damals tatsächlich (kurz nach Abschluss des Crowdfundings, also vor nem Jahr) gesagt, dass das Ganze noch ungewiss ist. Mir ging es auch eher um ne Wasserstandsmeldung, ob es hier was Neues gibt. Die Lizenz und alles was im Hintergrund mit Onyx, White Wolf und Co. ablief, war damals ja noch sehr im Fluss. Heute, wo auch die Fünfte Edition für Vampire an die Tür klopft und sich im Hintergrund alles beruhigt hat, hätte es ja sein können, dass mittlerweile ne Entscheidung seitens des Lizenzgebers gefallen ist.
Zum Mitlesen im Forum: Ja, das war Teil meiner klitzekleinen Kritik, dass da Mitarbeiter, die in der aktiven Crowdfunding-Phase auch rege mitdiskutiert haben, nach Auslieferung der Produkte nicht mehr reingeguckt haben. 😉 Ist halt schade, wie ich finde. Auch wenn mir bewusst ist, dass man sich mit dem Arbeitseinsatz eher laufenden oder zukünftigen Projekten widmen muss und sollte. Ein Oneliner mit „Sorry, gibt noch nichts neues.“ wäre trotzdem ganz schön gewesen.

 

Update 29.09.17, 10:30 Uhr:

5 Monate sind vergangen, seitdem dieser Blogpost veröffentlicht wurde. Soeben wurde – mit reichlicher Verzögerung – auch offiziell seitens Prometheus bestätigt, dass man die Savage Worlds Lizenz verloren habe.
(Immer) Noch in der Entwicklung befindliche Produkte sind hiervon nicht betroffen und sollen fertiggestellt werden.

Ach, was macht eigentlich Elyrion? Da gibt es immer noch nichts neues. Der letzte „Neuigkeiten-Eintrag“ auf der offiziellen Seite stammt von Januar. Januar 2016, um genau zu sein. 😉

 

Sieben Kreuzer: Nächste Ausgaben gesichert!

Ich freue mich, dass die Sieben Kreuzer wider Erwarten ziemlich gut ankommen. Heute kann ich verkünden, dass die nächsten Ausgaben definitiv gesichert sind. Ich hatte bereits versprochen, die Fortsetzungsromane und Episoden auf jeden Fall zu veröffentlichen, damit niemand „in der Luft hängen bleibt“, aber heute kann ich definitiv bestätigen, dass dies auch in vertrauter Form geschehen wird.

Mittlerweile (Stand 22.04.17) haben sich bereits drei begeisterte Autoren gemeldet, die bereits mit den Hufen scharren und unbedingt Geschichten beisteuern möchten. Daher kann ich bereits heute den folgenden Veröffentlichungsplan bestätigen, der noch einmal modifiziert wurde:

Die Ausgabe #2 vom 1. Juli 1917 wird nochmals 32 Seiten enthalten, um den Ansturm der schreibwütigen Schriftsteller abzufangen. Alle Ausgaben werden bereits erscheinen, sobald sie fertig sind, unabhängig vom aufgedruckten Veröffentlichungsdatum. Ausgabe 2 erscheint voraussichtlich im Mai. Ab sofort gehen wir in einen quartalsweisen Rhythmus über, so dass Ausgabe #3 zum 1. Oktober 1917 erscheinen wird und Ausgabe #4 zum 1. Januar 1918.

Künftig werden also vier Ausgaben mit 24 Seiten pro Jahr erscheinen, wenngleich etwaige Specials nicht ausgeschlossen sind. Einige Leserinnen und Leser äußerten den Wunsch, die Abenteuer von Agente Verici (<- sehr beliebt) am Ende noch einmal in einem „Omnibus“ präsentiert zu bekommen, also in Form eines Sammelbands. Das halte ich mir natürlich offen, aber noch ist das ferne Zukunftsmusik.

Gerne wiederhole ich auch meine Einladung zur Mitarbeit. Wenn du ebenfalls Stories für die Sieben Kreuzer beisteuern möchtest, melde dich doch einfach bei mir.

Natürlich werden alle Co-Autor*innen auch fair am Umsatz beteiligt. Ich habe mir überlegt, dass ich meine Scriptorium Aventuris-Einnahmen nutzen möchte, um mittelfristig meinen WordPress-Account aufzuwerten, um die Werbung auf dieser Blogseite zu entfernen. Ich bin bekanntermaßen kein Freund von paid content und das wäre einfach ein prima Kompromiss.

Zuletzt noch ein riesiges Dankeschön an die Leute, die das Projekt für gut befunden haben. Das Teil ging richtig los, nachdem Nandurion ein paar liebe Worte verloren hatte und ebenfalls, als sich Thomas Michalski auf Twitter darüber freute, dass wir ihm zuliebe auf Schriftgröße 9 verzichtet haben. (Kleiner Insider zum Dorpcast#95)

Ich freue mich außerordentlich, dass die Sache so gut ankommt und ihr Spaß mit den Stories habt. 🙂

Update, 29.05.2017: 

Ursprünglich hatte ich angekündigt, dass die neuen Ausgaben bereits dann erscheinen, wenn sie fertig sind, also auch vor den angegebenen Quartalsterminen. Die Juli-Ausgabe bekomme ich aus beruflichen Gründen leider weder vorher, noch zum 1. Juli fertig, so dass sie erst im Verlauf des August erscheinen wird.

Zwar sind alle Gastbeiträge und Geschichten fertig geschrieben, allerdings ist die Ausgabe nun viel zu lang geworden. Daher möchte ich eine Geschichte ausgliedern und in Ausgabe 3 bringen, statt sie dergestalt zu zerstückeln, dass der Lesegenuss auf der Strecke bleibt. Fortsetzungsgeschichten brauchen befriedigende Teilabschlüsse bzw. Cliffhanger und können nicht einfach im luftleeren Raum enden.

Daher schreibe ich gerade noch an einer komplett neuen Geschichte, die passgenau die nun frei gewordenen Seiten füllt. Und das bekomme ich gerade privat und beruflich leider nicht hin. 😉 Ich habe den Anspruch, dass bei den Sieben Kreuzern zwar keine hochwertige Literatur entsteht, aber dass Texte nicht mit der heißen Nadel gestrickt werden und auch ein anständiges Lektorat verdienen.

Ich hoffe, dass ab Ausgabe 3 (Oktober) das quartalsweise Erscheinen funktioniert.