Ich habe die ersten zwei Folgen von Star Trek Discovery gesehen…

…und sie sind ziemlich gut!
Eine kleine Review, die mit Rollenspiel zwar nicht viel zu tun hat, aber in der ich vieles loswerde, was auch für sämtliche Edition Wars gilt. Die Review enthält keine Spoiler, die nicht schon durch die Trailer bekannt oder zumindest naheliegend sind.

Star Trek Discovery ist da und steht uns seit einigen Stunden auf Netflix zur Verfügung. Ohne Vorabkritiken gelesen zu haben, bin ich als eingefleischter Trekkie ganz vorurteilsfrei an die Sache herangegangen. Vorurteilsfrei ist ein schönes Stichwort. Denn ausgerechnet die Anhänger jener Franchises, die besonders progressiv, alternativ und mutig in puncto Veränderungen sind, können zuweilen stockkonservativ sein, wenn sie ihre „reine Lehre“ angegriffen sehen. Das galt für Battlestar Galactica, eine der großartigsten Serien aller Zeiten, wenn man mich fragt, wo nichtmal die erste Folge laufen konnte, ohne dass man den Genderswap von Starbuck mit Güllekübeln überschüttete. Das galt für die Neuinterpretation von Kirk und Co eines JJ Abrams. Das galt für Star Wars VII, vom selben Regisseur. „Eine Jediritterin? Und ein schwarzer Hauptdarsteller? Was kommt als nächstes, ein schwuler Android?“ So war es zu hören, über die (immer schon!) kunterbunte Sternensaga.
Das gilt auch jetzt wieder für die erste weibliche Iteration des Doctors, aus der beliebten BBC-Serie. „Wie kann man nur?“ Und noch bevor die sogenannten Fans mit Dr Who schlussmachen konnten, bekam Star Trek Discovery den geballten Zorn der Hater ab.
Und das ist wirklich schizophren! Denn all diese Franchises strahlen eine gemeinsame Botschaft aus:

Veränderungen und die Fähigkeit sich anzupassen – die eigenen Standpunkte zu hinterfragen; sich auf Neues einlassen können, sind positive Eigenschaften.
Stehen bleiben, abschotten, rückwärts denken und Co., führen hingegen ins sichere Verderben.

Ausgerechnet Star Trek, was hier sowohl in der Urserie (TOS), als auch bei TNG quasi die Verkörperung von Progressivität und „Social Justice“ war, wurde bei Discovery als politisch motiviertes, linksgrünversifftes social justice warrior-Stück abgestempelt, da es offenbar zu wenig weiße, heterosexuelle Menschenmänner in den Trailern gab.
Man kann nur dankbar sein, dass es in Zeiten von Kirk oder auch Picard noch kein Internet gab. Was hätte man diese Serien zerpflückt! Und – wo wir beim Rollenspiel sind – auch bei Editionswechseln erleben wir, wie aufgeklärte, durchweg hochintelligente, reflektierte und sozial kompetente, kreative, aufgeschlossene Kopfkinobesucher zu stockkonservativen Wutbürgern mutieren, die wie Kleinkinder herumschreien, man habe ihnen etwas weggenommen / die Kindheitserinnerungen zerstört / persönlich ins Rollenspielregal gekackt. Die Objekte der quasireligiösen Verehrung mögen variieren und reichen von TV-Serie, über Filme bis zur Rollenspielpublikation, die Argumente sind aber stets die gleichen.

Tatsächlich sind wir hier beim Thema der ersten zwei Folgen. Denn die neue Serie spielt auch inhaltlich mit dieser gesellschaftlichen Kluft zwischen der Star Trek-typischen Multikulti-Lust-auf-Neues-Mentalität und der reduzierten Welt der Trumps, Le Pens und Höckes unserer Zeit, die sich an Besitzstandswahrung, Nostalgie und die Einbalsamierung vertrauter Realitäten klammern, wie Dr. Soran an den Nexus.

Zeitweilig fühlt man sich außerdem, soviel darf verraten werden, wie in einer Neuauflage des Klassikers Star Trek VI – Das Unentdeckte Land, welches ebenfalls die Klingonen als Antagonisten nutzte, was damals aber eine Allegorie auf den Zusammenbruch der Sowjetunion darstellte. Während 1991 die Klingonen noch als Kommunisten herhalten mussten, werden sie 2017 als das Alt-Right-Movement verkauft, das Angst vor Überfremdung und Identitätsverlust hat. Star Trek war in diesem Sinne schon immer ein Spiegel der politischen Gegenwart: Die Borg, als Picards Erz-Nemesis, waren in den frühen 90ern ein Produkt der Unsicherheit gegenüber den neuen Technologien; der Dominion-Krieg in DS9 setzte sich mit asynchronen Kriegen und Konflikten nach Ende des Kalten Kriegs auseinander und die ENT-Suliban waren klassische Terroristen, die die 9/11-Taliban ins Star Trek Universum brachten. Insofern setzen die Discovery-Klingonen eine Tradition fort.

Natürlich lassen sich Pilotfolgen bei Star Trek auch immer als anspruchsloses Popcornprogramm durchgucken, hier macht Discovery keinen Unterschied. Die einzige Frage dürfte dann nach 90 Minuten sein: Wo zum Teufel ist denn das namensgebende Schiff? Auch hier sage ich: Mutig, mutig! Ebenso das Abrücken von einer Fixierung auf den Captain oder eine Ensemble-Dramaturgie. Als Trekkie (seit der deutschen TNG-Erstausstrahlung) muss ich dennoch zugeben, dass gerade durch diese mutigen Änderungen wir den bislang besten Auftakt einer Trek-Serie erleben durften.

Die Atmosphäre, die Darsteller, die Inszenierung: Top! Abzüge gibt es beim lieblos zusammengeschusterten Soundtrack und dem etwas dünnen Plot. Doch die TNG, DS9, VOY und ENT-Piloten konnten in puncto Plot auch nicht wirklich vom Hocker reißen. Jede Trek-Serie benötigte teilweise mehrere Seasons, um richtig in Schwung zu kommen. TNG zwei, DS9 drei und VOY und ENT sogar vier Jahre. Letztere wurde – auf dem Weg der Besserung – vorschnell abgesetzt. Dieses Schicksal kann auch Discovery blühen. Wenn jedoch die Hardcore-Trekkies ihren Frieden mit der (wirklich sehr abstrusen) neuen Klingonendarstellung machen und sich zusätzlich auch die einen oder anderen Nicht-Trekkies für die Serie begeistern können, kann eine Serie entstehen, die durchaus das Potential hat, über Jahre zu unterhalten.

Ein Wort sei dennoch zu den Klingonen gesagt: Ich habe beschlossen, ihnen eine Chance zu geben. Schon einmal haben sie ein Makeover bekommen und es hat sich gezeigt, dass die Entscheidung gut war. Was ich trotzdem nicht ganz verstehen kann ist, wieso sie in ihrem Wesen, Verhalten und auch in ihrer Kampfstrategie völlig anders sind, als bisher. Unser Klingonenbild haben wir natürlich vor allem einem gewissen Worf zu verdanken, klar. Die meiste Zeit wurden uns die anderen Klingonen als rauflustige, trinkfreudige Naivlinge mit völlig überzogenem Ehrenkodex präsentiert; quasi als Selbstpersiflage. Aber die „neuen“ Klingonen sind mir bislang zu plakativ und eindimensional; so dass ich nicht denke, dass diese als Antagonist die Serie weit tragen können. Es ist ein wenig so wie mit den Kazon, bei Star Trek Voyager: Sie sind da, weil man schnell einen Antagonisten brauchte. Glücklicherweise waren sie auch schnell wieder weg.

Insgesamt gibt es eine dicke Empfehlung für die neue Serie, die – wie zu erwarten war – von Kritikern eher positiv, und von Fans eher durchwachsen aufgenommen wurde. Aber welche Star Trek Serie wurde das bei Erscheinen nicht? Früher war schließlich immer alles besser.

*seufz* Nein. War es nicht.

Denn bei Star Trek war schon immer morgen alles besser.

 

 

 

Beitragsbild: Star Trek Discovery (star-trek.com), Verwendung im Rahmen von Rezensionszwecken.

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Partystimmung bei HeXXen 1733 – Georg Friedrich Händel (Exorzist) feiert mit.

Das HeXXen 1733-Crowdfunding hat unglaubliche Rekorde aufgestellt. Innerhalb der hauseigenen Kampagnen von Ulisses hat es sowohl die unerwartet erfolgreiche Kaiser Retro Box, sowie den bisherigen Platzhirsch, die sehr tolle V20, vom Thron gestoßen. Knapp 700 Backer haben fast 117.000 € zusammen getragen, um dem neuen deutschsprachigen Pen & Paper Ereignis einen fulminanten Start zu bescheren. 

Mich persönlich freut das ungemein, da ich bekanntlich bereits seit einigen Jahren immer wieder Oneshots im Vorgänger, HeXXen 1730, leite. In den nächsten Wochen und Monaten möchte ich euch hier, als großer Fan, mit weiteren Infos und Fanware versorgen.

Besonders liegt mir hierbei ein Fanprojekt am Herzen, das sich um die abenteuerlichen Eskapaden des wohl berühmtesten Komponisten jener Tage dreht: Georg Friedrich Händel. Das Leben des umtriebigen Perückenträgers ist durch die höllischen Ereignisse gänzlich anders verlaufen, als in unserer Welt: Auch in der HeXXen-Welt ist er ein erfolgreicher und weithin geschätzter Musikus, doch ist es vor allem seine Nebenbeschäftigung, die ihn für uns interessant macht. Bei Nacht wird aus dem Komponisten ein Exorzist, der, mit Degen und Taktstock, dem widernatürlichen Gezücht kalten Stahl und heilige Oratorien in die schwarzen Herzen treibt.

Als Einstimmung werde ich im düsteren November eine Sonderausgabe der „Sieben Kreuzer“ veröffentlichen, die ausnahmsweise nicht im Scriptorium Aventuris erscheint, sondern hier als Gratisdownload zur Verfügung stehen wird.
Die rund zwanzigseitige Kurzgeschichte Georg Friedrich Händel – Exorzist: Ouvertüre bildet den Auftakt meines kommenden Solo-Abenteuers für HeXXen namens Georg Friedrich Händel – Exorzist: Athalia. Dieses wird voraussichtlich im HeXXen-Scriptorium erscheinen, sobald es zur Verfügung steht. Je nachdem, wie gut es ankommt, kann ich mir gut und gerne eine ganze Reihe vorstellen. 😉

Und wo wir gerade bei Fanaktionen sind: Bei Facebook hat sich eine erste Fangruppe für HeXXen 1733 gegründet, auf die ich aufmerksam machen möchte. Die kleine Community wächst gerade zusammen und freut sich über Zuwachs. Außerdem kann auch in einem Orkenspalter-Forenthread munter diskutiert werden. Dort ist noch nicht viel los, daher lade ich euch herzlich dazu ein.

In den kommenden Wochen halte ich weiterhin den Kontakt zu unserem HeXXenmeister Mirko Bader. Womöglich kann ich ja die eine oder andere Information aus ihm rauskitzeln und die Vorfreude auf den Release im Frühjahr anheizen.

Wer übrigens bereits jetzt seine Verbundenheit mit dem HeXXenuniversum zeigen möchte, der hat noch bis zum 5. Oktober die Gelegenheit ein Support-Shirt bei Getshirts drucken zu lassen.

Soweit erstmal von der HeXXenfront.
Kommt gut durch den Herbst, werte Mitjägerinnen und Mitjäger!

 

Zehn Jahre Rakshazar: Ein Ende und ein Neuanfang beim Orkenspalter

Das größte DSA-Fanprojekt blickt auf zehn ereignisreiche Jahre zurück. Eine unglaubliche Zeitspanne für ein ehrenamtliches Ansinnen in der Rollenspielgemeinde. Viele Engagierte kamen und gingen. Je älter die Beteiligten wurden, umso häufiger traten (teils sehr erfreuliche) berufliche oder familiäre Veränderungen ein, die eine regelmäßige Mitarbeit erschwerten. Nach der Glanzzeit der Jahre 2012 – 2014, in denen, dank Ulisses Spiele, zahlreiche Publikationen als Hardcoverbände veröffentlicht werden konnten, stand Rakshazar mehrfach fast vor dem Aus.

Zum Glück überstand das Projekt diese Dürreperiode, obgleich es im Folgenden etwas ruhiger um den wilden Kontinent im Osten wurde. Erst im laufenden Jubiläumsjahr wurden endlich wieder regelmäßig Abenteuer und Kurzgeschichten veröffentlicht. Auch die seit einiger Zeit angekündigte Fokusspielhilfe zum Tal der Klagen stand bereits kurz vor der Publikation.

Doch die Technik machte uns einen Strich durch die Rechnung: Denn leider ist es den wenigen Aktiven des Rakshazar-Projekts nicht länger möglich, die alte Forensoftware mit all ihren Tücken zu bändigen. Aufgrund der Inaktivität der Administratoren und dem damit einhergehenden Wegfall von Neumitgliedern (insbesondere interessierten Illustrator*innen), die an der Anmeldung scheiterten, wird nunmehr eine notwendige Konsequenz gezogen:

Das zehnte Jahr des Rakshazar-Projekts wird leider auch sein letztes sein.
Doch, wie heißt es im Dreistromland so schön? „Der Sultan ist tot, lang lebe der Sultan!“

Die Aktiven des Rakshazar-Projekts haben sich dazu entschlossen, mit mutigen Schritten ins zweite rakshazarische Jahrzehnt zu gehen. Das Rakshazar-Projekt mag Geschichte sein, doch die Leidenschaft seiner treuesten Autoren ist es nicht!

  • Die Aktiven des Rakshazar-Projekts, darunter drei der Gründungsmitglieder aus dem Jahr 2007, Roland „Dnalor“ Hofmeister, Thomas „Maeglin“ Geier und Raphael „Thorus“ Brack, geben hiermit die Auflösung des bisherigen Projekts bekannt.
  • Gleichzeitig verkünden sie die Gründung eines neuen Rieslandprojekts, das ab sofort beim Orkenspalter eine neue Heimat findet! Dieses neue Fanprojekt wird fortan als Die Rieslandfahrer agieren und Rakshazar – Das Riesland in einer 2.0-Version unter dem neuen Titel Abenteuer in Rakshazar fortführen.
  • Die Rieslandfahrer werden Fanware für Abenteuer in Rakshazar mit DSA4.1 & DSA5-Regeln herausbringen und künftig im Scriptorium Aventuris und/oder beim Orkenspalter publizieren. Ferner ist eine vollständige Neuauflage sämtlicher Abenteuer (inkl. Aktualisierung auf DSA5), sowie eine komplette Neubearbeitung aller Spielhilfen angedacht.
  • Als erste Spielhilfe wird die seit einiger Zeit angekündigte Fokusspielhilfe zum Tal der Klagen erscheinen, welche die namensgebende angrenzende Region jenseits des Ehernen Schwerts beschreibt. Diese wird von einer Abenteueranthologie begleitet, die sich insbesondere Reisen zwischen Aventurien und Rakshazar widmet.

Durch die Konzentration von DSA-Fans auf den Orkenspalter, der wohl bald auch von Ulisses genutzt wird, erhoffen wir uns einerseits bessere Kommunikation für unsere Redaktionsarbeit, andererseits aber auch mehr Kontakt- und Feedbackmöglichkeiten mit der Community.

Denn künftig sind alle Orkenspalter-User direkt mit uns verknüpft und somit viele Hürden, die Interessierte bislang davon abhielten, sich eingehender mit unserem Projekt zu befassen, beseitigt.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Orkenspalter-Webmaster Thomas Stolz für die freundliche Aufnahme und Unterstützung.

Ebenso bedanken wir uns bei allen Ehemaligen für zehn wundervolle, wilde Jahre! Euren Einsatz, euer Engagement und euer Vermächtnis werden wir weiterhin mit dem allergrößten Respekt behandeln, um auch in den nächsten zehn Jahren für alle DSA-Fans Abenteuer und Spielhilfen voller Herzblut zur Verfügung zu stellen, um den gemeinsamen Traum eines kanon-konformen Sword&Sorcery-Settings innerhalb von DSA weiter zu leben.

Wir hoffen, dass wir unseren Fans neue, spannende

Abenteuer in Rakshazar 

präsentieren können und laden alle Freundinnen und Freunde Rakshazars zur Mitgestaltung und Mitarbeit ein.

Kuros mit Euch, auf allen blutigen Pfaden!

Eure Rieslandfahrer:

Raphael „Thorus“ Brack

Roland „Dnalor“ Hofmeister

Thomas „Maeglin“ Geier

Ravi „Ectheldir“ Bade

Tobias „Arantan“ Reimann