„Danke für Ihr Geld. Und jetzt raus!“ Die peinliche Prometheus Games Krise und vom generellen Umgang mit Crowdfunding-Kunden

Als sich Anfang März die Wut der Crowdfunding-Unterstützer mehrerer Prometheus Games Produkte dergestalt entlud, dass der umstrittene Verlag die Notbremse ziehen musste und auch einige Blogs (beispielsweise hier und hier) auf die Sache aufmerksam wurden, da juckte es mich gewaltig, als Savage Worlds Fan und Crowdfundingfreund mit einem Hang zum Krawallschlagen, hier, an dieser Stelle, ein bis zwei flame-gefüllte Schachtelsätze zu formulieren, um den Prometheus-Leuten ein paar verbale Dellen in den Spartiatenhelm zu kloppen.
Doch ich sagte mir: Warte mal ab. Vielleicht wird es ja noch „lustiger“.
Und, was soll ich sagen… Na ja… Seufz… Das wurde es.

Prometheus Games vollführt weiterhin eine PR-Fail-Achterbahnfahrt, bei der man sich sogar als Unbeteiligter am eiligst herbeigeholten Popcorn verschluckt. Mittlerweile ist man laut Facebookbeiträgen von Betroffenen dazu übergegangen, die quengelnden Unterstützer, die zigtausende Euros in ihre Verlagsprodukte gesteckt haben, aus dem Forum zu schmeißen. Das „Verbrechen“ der nervigen Missetäter: Sie machen darauf aufmerksam, dass sie bereits vor Jahren für etwas bezahlt haben, was immer noch nichtmal ansatzweise in Sicht ist. Natürlich wurden insbesondere jene Querulanten „entsorgt“, die mit exakten Timelines und Zitaten der Verlagsverantwortlichen entsprechenden Druck in der Community erzeugten.

Noch weniger als vorher scheint Prometheus Wörter wie Zuverlässigkeit, Einsicht, Serviceorientiertheit und Termintreue zu kennen. Anfang Mai kündigten sie beispielsweise in den Kommentaren eines nichtssagenden Updates ein Statement an, das Ende der Woche (also spätestens am 7. Mai) erscheinen sollte und konkret auf Fragen von Fans und Unterstützern der Dresden Files eingehen sollte. Bis heute erschien – wie zu erwarten war – nichts.

PG FB

Das bislang letzte Statement zu den Dresden Files. An den Vertröstungen und Versprechungen hat sich auch nach dem selbstkritischen März-Statement nichts geändert. Nur ein Beispiel dafür, was Unterstützer, die viel Geld bezahlt haben, gerade durchmachen müssen.

Die „Updates“ von PG sind allesamt so angelegt, dass in wortreichen Erklärungen quasi nichts gesagt wird, sondern nur, wie fleißig man sei und wie super das alles wird. Ein Facebook-User meinte sinngemäß, dass es dem Hungernden nicht hilft, wenn man ihm Bilder vom Essen zeigt. Hat er Recht, wie ich finde. 😉 Es wäre jetzt müßig, all die Unwahrheiten, Vertröstungen und Ablenkungen aufzuzählen, die der Verlag in den letzten Wochen, Monaten und Jahren so von sich gegeben hat. Und auch die harten, nackten Zahlen, die dem Verlag ein Armutszeugnis ausstellen, haben andere bereits ins Web gestellt.  Die Tatsache, dass man gegenüber Fans und Unterstützern mit verschiedenen „Abteilungen“ im Haus argumentiert und ständig „zuständige Mitarbeiter“ vorschiebt, die gerade krank, im Urlaub oder „verschwunden“ (sic!) sind, ist umso lächerlicher, wenn man weiß, dass der Verlag noch nichtmal verhehlt, dass er aus weniger als ner handvoll Personen besteht. Besonders kurios: Man hat sich u.a. eingestanden, dass die Kommunikation suboptimal war und dass man sich bessern wolle. (Lustig: Das haben sie schonmal gesagt, wie hier von Arkanil dokumentiert wurde. Damals (2015) war Elyrion bereits extrem spät dran, sollte es doch Weihnachten 2014 erscheinen. Guess what: Die armen Elyrion-Fans warten immer noch…)
Man sieht also: Statt größtmögliche Transparenz und Kundennähe zu beweisen, wurde die Kommentarfunktion auf der PG-Seite deaktiviert und unliebsame Forenuser rausgeschmissen. Gilt übrigens auch für Unterstützer, die sich auf der Facebookseite von PG kritisch äußern.
Um mal einen Eindruck zu bekommen, wie sich die Crowdfunding Unterstützer fühlen müssen, erhält man in dieser netten Chronologie des Scheiterns zum Dresden Files Crowdfunding recht interessante Einblicke. Und, wie gesagt: Dresden Files ist im Vergleich zu Elyrion noch ein Kindergeburtstag…

Wieso lernt man nicht daraus? Wieso werden die eigenen Kunden dämonisiert? Wieso kriegen das andere Verlage alles viel viel besser hin? Und wieso kann man nicht mal offene und ehrliche PR machen? Ständig liest man Posts von PG, worin sinngemäß steht: „Ja, wir haben Fehler gemacht und ja, es wird alles besser, aber nein, wir konnten da überhaupt nichts dafür, das war die Druckerei, der Autor, der Kollege, der gerade im Urlaub ist und die Katze hat die Hausaufgaben gefressen, und überhaupt: nun werd mal hier nicht unhöflich, sonst kriegst du gar nix!“ Stattdessen wird weiterhin alles schöngeredet. Hält man (ausgerechnet!) die Rollenspielszene für so doof? Man muss doch wissen, dass man da (im besten Sinne) wortgewandten, gebildeten, kreativen und bisweilen recht aktionistischen Leuten gegenüber sitzt und mit entsprechend Gegenwind zu rechnen ist, wenn man derlei Sprechblasen und Nullinfos absondert. Es gibt umgekehrt aber auch kaum eine Community, die erfahrungsgemäß so schnell „Schwamm drüber!“ sagt, wie die überaus sozial kompetente Rollenspielgemeinde. Aber dann muss man aufhören, ihr immer wieder ne Karotte vorzuhalten.

Wie kommt es generell dazu, dass sich sowohl kleinere als auch größere Anbieter gerne mal an Crowdfundings verheben? Prometheus mag das Sahnetopping auf dem Kuchen sein, aber auch in anderen Bereichen fühlt man sich als Unterstützer (also de facto Mit-Produzent und Kunde zugleich) nicht immer wonnigwohl. Mittlerweile gibt es ja sogar schon einen gewissen „Katastrophentourismus“ im Netz, über gescheiterte Kickstarter-Projekte oder Anbieter, die sich mit der Kohle aus dem Staub gemacht haben. Noch immer ist das Konzept des Crowdfundings recht neu und nicht so leicht zu überschauen. Doch selbst wenn alles prima läuft, muss im Nachklang nicht immer alles mit der selben Begeisterung weiter geführt werden, mit der ein Projekt begann.

Oder auch mal überhaupt nicht. So fühle ich mich ganz persönlich von der Kommunikationspolitik beim Ulisses Crowdfunding ein wenig veräppelt. Gerne habe ich die Vampire V20 unterstützt. Mehrere Nachfragen im Nachgang, sowohl per Mail als auch zuletzt im Forum, bei denen ich einfach nur wissen wollte, ob die weiteren V20-Bände auch noch übersetzt werden, wurden in bester Prometheus-Manier einfach ignoriert. Dabei hatte ich keineswegs die Hasskappe auf, die viele PG-Unterstützer heutzutage (mit Recht!) tragen, sondern wollte dem heimischen Verlag einfach etwas Gutes tun. Bevor ich mir die Originalbände bestelle (die ich sowieso schon per Drive Thru als PDF habe), möchte ich gerne erfahren, ob ich lieber auf deutschsprachige Hardcoverbände warten sollte, um einen hiesigen Verlag zu unterstützen, bevor ich den Lizenzgeber in Übersee bezahle und meine Bücher über den Atlantik schippern müssen. Wenn man mir sagen würde: „Ja, kommt. Aber erst in drei Jahren.“, dann wäre mir selbst das die Wartezeit wert. Statt dessen wedele ich öffentlich mit Geld, aber man will es nicht. Im Fall von Ulisses ist also nicht etwa die Durchführung des Projekts zu bemängeln, sondern eher die „Nachbetreuung“. Und wenn es nur eine freundliche kleine Zeile wäre, wo der betreffende Redakteur sagt: „Sorry, ich weiß es absolut nicht. Freut mich, dass du auf unser Produkt wartest und uns unterstützen möchtest, aber ich hab wirklich keine Ahnung, ob das klappt.“ Damit wäre ich absolut zufrieden und könnte im Zweifelsfall das Originalexemplar bestellen.

Nicht einmal in der Games- oder Film-Branche werden veröffentlichte Titel redaktionell und PR-technisch so mies (nämlich gar nicht) weiter betreut. Unverständlich gerade deshalb, weil man nicht den exorbitanten Erfolg eines Crowdfundings zum Anlass nimmt, an dieser Stelle weiter zu machen oder weitere Fans zu gewinnen. Als bislang einziges Projekt erreichte die Vampire V20 eine sechsstellige Finanzierungssumme beim Ulisses Crowdfunding. Die Nachfrage war und ist also offensichtlich gigantisch. Wieso lässt man Kunden so im Dunkeln tappen, über die Fortführung der Reihe? Wieso gibt es seit Februar 2016 kein Statusupdate mehr? Als Kellner fragt man doch auch, ob dem Gast das Essen geschmeckt hat, oder? Vielleicht gibt es ja Anregungen, Ideen oder einfach der Wunsch nach einem Dessert, wie in meinem Fall. Wieso lässt man einen so großen Haufen Geld liegen?

Freilich liegen zwischen den Crowdfunding-„Problemen“ von PG und Ulisses Welten. Daher auch keinen Vorwurf, an den sympathischen Verlag aus Waldems, denn das ist individuelles Jammern auf hohem Niveau. Dennoch möchte ich, um die Überschrift aufzugreifen, einmal am plastischen Beispiel darstellen, wie es dazu kommen kann, dass sich Kunden „komisch“ behandelt fühlen:

Crowdfunding bei Ulisses:
In den Laden gegangen, Geld auf den Tisch gelegt, einwandfreie Ware nach kurzer Wartezeit erhalten, gefragt, ob man zukünftig noch mehr kaufen kann und in die versteinerte Miene des Verkäufers geblickt. Minutenlanges, eisiges Schweigen. Schulterzuckend rausgegangen und über die Ware gefreut, aber etwas verwirrt vom seltsamen Verkäufer. Wenn es doch mal wieder was schönes geben sollte, bin ich trotzdem dabei! 

Crowdfunding bei Prometheus Games:
In den Laden gegangen, Geld auf den Tisch gelegt. Verkäufer sagt: „Danke. Kommt.“ 
Ein Jahr später zurückgekehrt. Käufer fragt: „Und?“ Verkäufer sagt: „Kommt.“
Ein Jahr später zurückgekehrt. Käufer fragt: „Und?“ Verkäufer sagt: „Kommt.“ 
Ein weiteres Jahr später zurückgekehrt. Käufer fragt: „Und?“ Verkäufer sagt: „Raus! Hausverbot!“ 

Als persönliche Lehre aus der Sache ziehe ich, dass ich lieber ignoriert werde, nachdem ich meine Ware habe und der Verlag einfach kein weiteres Geld von mir will, als dass ich jahrelang hingehalten und verschaukelt werde und dann auch noch einen Maulkorb bekomme, weil den Verlagsmenschen bei Prometheus Games die Wahrheit nicht gefällt. Als Lehre aus der Sache ziehe ich auch, dass ich aus voller Solidarität mit den aberhunderten Hobbyfreunden, die von PG geärgert wurden werden, kein Produkt aus dem Hause Prometheus mehr erwerben möchte. Das schöne ist ja heutzutage, dass man jederzeit zum Originalexemplar greifen kann. Und wenn die Gerüchte stimmen, wonach PG die Savage Worlds Lizenz entzogen (bzw. diese nicht verlängert) wurde, weiß ich, dass ich bei meinem Lieblingsregelsystem jetzt zumindest Planungssicherheit habe. 😉

Was meint ihr? Ist Crowdfunding immer noch ein Glücksspiel für die Unterstützer? Oder sind die fertigen, druckfrischen Exemplare alle Strapazen wert, wenn man sie erstmal in Händen hält?

Update, 12.05.17, 13:15:

Auf der Facebookseite von Teilzeitheldenchef Roger Lewin haben sich nun auch Autor*innen zu Wort gemeldet, die kleine Einblicke in die „andere Seite“ geben, nämlich die der von Prometheus Games „Beauftragten“, denen man ja seitens PG gerne mal die Schuld an diesem und jenem in die Schuhe schiebt. So schreibt Anja Bagus, Mitautorin der Anthologie Blutroter Stahl, dass die Auflage für genanntes Werk angeblich nur 70 Exemplare betrug und die Autor*innen keine Belegexemplare von PG erhielten. Eine Abrechnung habe es ebenfalls nie gegeben. Mitautor und selbst Ex-Unterstützer des Crowdfundings, André Skora, berichtet, dass er seine Crowdfunding-Summe erst nach langem hin und her zurückerhalten habe. Selbst für jemand, der also bereits vom Verlag publiziert wurde, wurde die Rückforderung zu einem Spießrutenlauf. Wie Greifenklaue als Herausgeber von Blutroter Stahl in den Kommentaren mitteilte, haben die Autoren ihr Belegexemplar von Greifenklaue erhalten, so dass keiner leer ausging.

Roger Lewin wusste darüber hinaus zu berichten, dass Prometheus nicht zur RPC kommen wird und Presseanfragen diesbezüglich ignoriert.

In einem anderen Thread wies ein Crowdfunding Unterstützer darauf hin, dass sich Verlagschef Christian Loewenthal seit Ende März nicht mehr im verlagseigenen Forum hat blicken lassen, was sich beim Klick aufs Aktivitätenprofil schnell ermitteln lässt. Ein Thread, der zum Sammeln von Fragen bzgl. des Crowdfundings gedacht war, wurde dort wenige Tage zuvor geschlossen. Auf die Antwort der Fragen warten die Unterstützer nun in der sechsten Woche. Der Verlagschef hat sich den ganzen April und bisherigen Mai über nicht im Forum geäußert. André Skora meinte auf Facebook, dass Herr Loewenthal wieder im Urlaub sei. In einer persönlichen Mitteilung meinte ein sehr aufgebrachter und mitteilungsbedürftiger weiterer Autor und Crowdfunding Unterstützer, der nicht genannt werden möchte, dass die Verlagsprobleme wohl auf private Dinge zurückgingen, die Herr Loewenthal in seinem privaten Blog im Dezember letzten Jahres auch angeteasert habe. Auch hier gibt es seither keinen Blogpost mehr. Der anonyme Autor teilte mir auch mit, dass Prometheus Games sich seiner Einschätzung nach über die Jahre völlig übernommen habe. Der Verlag sei de facto nie mehr gewesen als ein Büro und ein Lager in einem Einfamilienhaus in einem Vorort. (Anm.: Die Aussage habe ich geprüft und das ist korrekt. Verlagssitz ist laut Impressum die Kolberger Straße 1 in Duisburg, Google Street View zeigt ein Wohnhaus.) Immer wenn Herr Loewenthal auf den „Kundenservice“ (wie hier) oder andere „Abteilungen“ verweist, meine er im Grunde sich selbst. Dabei ist er ganz offen, wenn er sich als „Kleinverleger“ bezeichnet, der zu Beginn (vor ca. 10 Jahren) keine Ahnung vom Verlagsgeschäft hatte und das auch zugibt („Als wir mit Prometheus Games angefangen haben, wussten wir nichts. Wirklich. Gar nichts!“).

Ich schließe mich Roger Lewin an, wenn er in dem Kommentar unten sagt, er wolle niemandem etwas böses. Ich habe aber schon einige Unternehmen erlebt (teils als Angestellter) und erkenne hier die selben dunklen Zeichen. Die Kommunikation wird ganz weit zurückfahren, kein Geld wird mehr rausgerückt und wenn, dann nur ggü. dem, der am lautesten schimpft und wo niemand mehr erreichbar ist und reagiert, nichtmal auf Anfragen der Fachpresse, wie es jetzt der Fall ist. Dass Feder & Schwert nicht mehr an Bord ist, dass Paypal ne Bonitätsprüfung machte (und zwar nur bei PG, andere Verlagsshops im deutschprachigen Raum haben offensichtlich kein Problem), woraufhin PG beleidigt die Zusammenarbeit mit Paypal beendete, dass Autoren öffentlich wüten, dass der Verlust oder das Auslaufen der Savage Worlds Lizenz halbherzig bzw. gar nicht dementiert wird, dass Leute ihr Geld nicht zurückbekommen und nicht zuletzt: Dass PG erstmals die RPC sausen lässt. Das alles ergibt ein düsteres Gesamtbild.

Update: 12.05.2017, 16:30 Uhr:

Wie ich eben erfahren habe, erlaubt Tanelorn seit gestern abend wieder kritische Kommentare zum PG Crowdfunding. Tanelorn war unter Fans in die Kritik geraten, da sie als Partnerseite von Prometheus fast jegliche Kritik zu PG unterbanden. Selbst als sich die Entwickler von Studio 2 hinter die Crowdfunding Unterstützer stellten, wurde die Meinungen im Tanelorn (wohl auch aus Furcht vor möglichen rechtlichen Konsequenzen) kanalisiert und auf das reine Wiedergeben von Informationen reduziert. Heute morgen stellte Administrator Boba Fett klar, dass Tanelorn auf der PG-Seite noch als Partner gelistet sei; dass die Partnerschaft aber seitens Tanelorn beendet wurde. (Quelle)

Apropos Studio 2: Ein paar Worte zur Einordnung, was es mit Studio 2 auf sich hat. Die führen zur Zeit das englischsprachige Kickstarter für Ratten! (Packs!) durch, im Auftrag von Prometheus. Wie President Jim Searcy im Februar berichtete, wurde Studio 2 lediglich als Name benutzt, um den Kickstarter zu nutzen, da damals noch kein deutsches Unternehmen dort teilnehmen durfte. Da ihm PG als Lizenznehmer von Savage Worlds seriös erschien, hat man zugestimmt seinen Namen für die Kampagne herzugeben. Dennoch wurde alles von Anfang an durch PG betreut.

„Hello All, We understand your frustration with this project completely. We have been ensuring your comments and messages have been getting to the Packs team as well as trying to get more frequent communication from them to you through updates. This project was run by the Packs team from day one and only used the Studio 2 name because at the time a German company could not run a Kickstarter project so we at Studio 2 assisted them. As Prometheus Games is the German publisher/licensee of Savage Worlds/Pinnacle Entertainment we saw very little risk in assisting them. Prometheus Games also is continuing to publish games in German so they are still there and in business so we believe the game will be completed. We are working with every contact we have to try and get the Packs team to provide updates and deliver the products promised. I assure you that since Studio 2 Publishing’s name is on the project we will get the product delivered or issue refunds once we have exhausted all options. I do apologize to all backers for this experience.“ (Quelle)

Im PG-Forum zitierte ein User bereits Ende April Jim Searcy in einem weiteren Kommentar: „We have been trying to get information from them through all channels we have to communicate with them but have had very little success. We have asked Prometheus to either complete and deliver the rewards soon or refund the backers. I apologize for the issues with this campaign.“ Offensichtlich ist PG nicht nur für Kunden und Unterstützer „schwer erreichbar“…

Zur Nichtteilnahme von Prometheus Games an der RPC wusste indessen Roger Lewin auf Facebook zu berichten, dass er die Info von NOVA-Autor Daniel (Scolaris) habe. Davon unabhängig geistert gegenwärtig das Gerücht umher, dass PG deshalb nicht teilnimmt, weil sie mit dem mutmaßlichen Verlust der Savage World Lizenz bei einem Messestand ohne Savage Worlds Produkte auftauchen müssten und damit die Katze aus dem Sack wäre. Andere mutmaßen, dass sie einfach nur den unerfreuten Unterstützern und Pressevertretern aus dem Weg gehen möchten.

Update: 12.05.17, 17:30 Uhr

Hab mir die „Partner“ von PG mal angeschaut.

Exfreundinnen

Quelle: http://www.prometheusgames.de/verlag/community/prometheus-games-demoteam/

Tanelorn hat heut morgen bereits protestiert, dass sie fälschlicherweise als Partner beworben werden. Nun hab ich auch bei Roger Lewin (Teilzeithelden) nachgefragt, bzgl. der angeblichen Partnerschaft mit PG. Dieser wusste gar nichts von einer solchen Partnerschaft. Zitat: „Wir haben Partnerschaften mit keinem Verlag, das widerspricht unserem journalistischem Ideal. Wir verpartnern nur mit Händlern oder anderen Portalen.“
Und ganz unten sieht man noch die Rezensionsempfehlung für „Blutroter Stahl“, mit der man sich schmückt. Die Wahrheit ist, dass die Autoren den Vertrag mit PG erfolgreich aufkündigen konnten und die Rechte nun nicht mehr bei PG liegen. (Quelle)

Update: 13.05.17, 1:30 Uhr:

Teilzeithelden schrieb bereits im März 2017 das folgende: „Aus Quellen, die nicht namentlich genannt werden wollen, haben wir die Nachricht erhalten, dass Prometheus Games die Lizenz an Savage Worlds verloren haben soll und sich in Verhandlung mit Banken  befindet. Mehrere Autoren sollen noch kein Geld für ihre Arbeiten erhalten haben und wollen aus ihren Verträgen.“ (Quelle)

Von anderen anonymen Quellen, die versicherten, nicht mit Teilzeithelden gesprochen zu haben, wurden mir deckungsgleiche Informationen zugespielt, die ich als absolut glaubwürdig erachte. Die Informanten meldeten sich gestern auf meinen Blogpost und konnten – sofern möglich – ihre Identität und ihre Aussagen auch belegen. Die Eckpunkte: Die Lizenz für Savage Worlds soll PG tatsächlich entzogen worden sein. Die Quellen gaben als Motivation für ihre Auskunft an, dass sie sich durch den gestrigen „mutigen Vorstoß“ der „Blutroter Stahl“ Autor*innen Anja Bagus und André Skorus (die erfolgreich aus ihrem Vertrag rausgekommen sind) ermutigt fühlten, diese nicht alleine, oder gar als „Lügner“ dastehen zu lassen. Die anonymen Quellen haben große Angst vor rechtlichen Konsequenzen, kreiden PG aber ihrerseits Vertragsbruch an, so dass sie wenigstens anonym ihrem Frust Gehör verschaffen möchten. Sie bestätigten im Grunde die Aussagen, die das „Blutroter Stahl Team“ machte und ergänzten, dass auch die Info, wonach Prometheus Autor*innen, Lektor*innen oder Übersetzer*innen nur unzureichend oder gar nicht bezahlen wollte oder bezahlen könnte. Die Information der Teilzeithelden, wonach sich PG-Verantwortliche nach „frischen Geld“ umschauen sollen, wurde ebenfalls durch diese Quellen bestätigt.

Edit: Einen weiteren Abschnitt hab ich erstmal umformuliert. Womöglich findet sich noch ein Beteiligter/Betroffener, der sich namentlich exponieren möchte, um näher darauf einzugehen. Quellenschutz ist eine Sache, aber mit Verweis auf Quellenschutz kann man quasi jeden Quatsch raushauen und in den Ruf möchte ich nicht kommen. 😉

Update 13.05.17, 13 Uhr: 

Viele Zuschriften erreichten mich, im Grunde wird vieles von dem wiederholt, was oben bereits beschrieben wird. Bislang wollte sich aber noch keiner namentlich exponieren. Die Quellen verweisen auf Herrn Loewenthals juristische Kenntnisse oder eine Verschwiegenheitserklärung. Daher werde ich jetzt hier nicht jede Mail wiedergeben.

Das Ansinnen des Blogposts war, Schwung in die Sache zu bringen und PG wachzurütteln, nachdem sie nun seit Wochen Verstecken spielen. Das ganze in der Hoffnung, dass die Crowdfunding-Unterstützer bald ihre Produkte erhalten. Ich denke, dass nun ausreichend Schwung drin ist. Gerne könnt ihr unten weiter kommentieren. Hier beende ich erstmal die Updates, bis wirklich berichtenswerte Neuigkeiten eintrudeln. PG soll die Chance bekommen zu reagieren und die Infos (die für letzte Woche versprochen waren) endlich mitzuteilen.

Ich mache jetzt erstmal Urlaub Wochenende. 😉

Edit: Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass Kommentare, die einfach nur beleidigend und niederträchtig ggü. Prometheus oder deren Mitarbeitern, aber auch ggü. anderen Personen sind, nicht von mir freigeschaltet werden. Hier geht es nur um die Sache, nicht um persönliche Verwünschungen. Auch offene Mutmaßungen über etwaige Insolvenzen und Co. werden nicht geduldet.
NIEMAND kann ein Interesse daran haben, PG die Insolvenz an den Hals zu wünschen! Das ist nicht nur unter der Gürtellinie; auch würde in dem Fall wohl niemand seine bestellten Produkte bekommen.
Hart aber fair, lautet die Devise. Bleibt anständig. Danke. 😉 

Liebe Grüße
Thorus aka Raphael

Update 14.05.17, 10 Uhr:

Doch noch ein Nachtrag! Michael Mingers (Ulisses) hat sich gemeldet, bzgl. meiner wedelnden Geldscheine für eine weitere Ladung Vampire V20-Bücher. 😉 Sein Kommentar ist irgendwie von WordPress in den Spamordner sortiert worden, tatsächlich hat er sich quasi sofort nach Erscheinen des Blogposts gemeldet. Hier mal im Wortlaut, damit es in den Kommentaren nicht untergeht:

„Wir KÖNNEN halt leider nix zu weiteren WoD-Produkten sagen, da … der Lizenzpartner da etwas wankelmütig ist. Wir würden gerne weitere V20-Bücher oder Dark-Ages bringen, aber wir haben halt keine Gewissheit und können da auch nichts versprechen. Ich dachte, dass wir das immer mal kommuniziert haben. Sorry, wenn dir im Forum nicht geantwortet wurde, aber da wird nicht alles gelesen. Wenn du konkrete Fragen an Ulisses hast, schreibe bitte an feedback@ulisses-spiele.de, da solltest du innerhalb kurzer Zeit eine Antwort erhalten. 🙂“ – Michael Mingers

Danke für die klärenden Worte, Michael! 🙂 Ich warte einfach geduldig weiter, ob wir Nachschub bekommen.
Zur Kommunikation: Es wurde damals tatsächlich (kurz nach Abschluss des Crowdfundings, also vor nem Jahr) gesagt, dass das Ganze noch ungewiss ist. Mir ging es auch eher um ne Wasserstandsmeldung, ob es hier was Neues gibt. Die Lizenz und alles was im Hintergrund mit Onyx, White Wolf und Co. ablief, war damals ja noch sehr im Fluss. Heute, wo auch die Fünfte Edition für Vampire an die Tür klopft und sich im Hintergrund alles beruhigt hat, hätte es ja sein können, dass mittlerweile ne Entscheidung seitens des Lizenzgebers gefallen ist.
Zum Mitlesen im Forum: Ja, das war Teil meiner klitzekleinen Kritik, dass da Mitarbeiter, die in der aktiven Crowdfunding-Phase auch rege mitdiskutiert haben, nach Auslieferung der Produkte nicht mehr reingeguckt haben. 😉 Ist halt schade, wie ich finde. Auch wenn mir bewusst ist, dass man sich mit dem Arbeitseinsatz eher laufenden oder zukünftigen Projekten widmen muss und sollte. Ein Oneliner mit „Sorry, gibt noch nichts neues.“ wäre trotzdem ganz schön gewesen.