Von Engor verführt: Das Blogstöckchen.

Es begann mit einem Diebstahl der Meisterperson und wanderte über einige Stationen zum guten alten Engor, der zum erneuten Klauen verführte, da er eine offene Einladung an weitere Blogger aussprach. Engor war es auch, der die folgenden Fragen formulierte.

1. Epische Schlacht oder die lokale Räuberbande ausräuchern. In welchen Dimensionen spiele ich gerne?

Angesichts eines aktuellen, flammenden Foren-Plädoyers für die Hotzenplotzigkeit, muss ich mich zur Zeit notgedrungen für die Räuberbande aussprechen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn kleine Dimensionen gehen am Besten dem großen Stoff voraus. Beides macht Spaß und beides ist stark gruppenabhängig. In Gruppen, die allein von einer epischen Schlacht in die nächste taumeln, würde ich mich jedoch ziemlich unwohl fühlen.

2. Welche Fernsehserie hätte ein Rollenspiel verdient?

Es gibt zwar ein Rollenspiel, aber leider ist es nie auf deutsch erschienen und noch dazu war es regeltechnisch nicht gerade der Bringer, weswegen es kurz nach Erscheinen in der Versenkung verschwand: Battlestar Galactica. Ein großartiges Setting und tatsächlich rollenspielwürdiger als manch andere Lizenzgurke. Wer an das Buch rankommt und Fan ist: Zuschlagen. Fluff und Optik sind für das Jahr 2007 ihrer Zeit weit voraus; Plothooks und Spielideen sind großartig. Hat damals nur leider keiner mitbekommen.

3. Kostenlose Fanware bevorzugt! Wo finde ich Material, wenn ich kein Geld für Vollpreistitel investieren möchte?

Der Gratisrollenspieltag steht vor der Tür! Alternativ solltest du dich durch das Orkenspalter-Downloadarchiv wühlen. Darf man an dieser Stelle Schleichwerbung für Rakshazar ma… okay, okay, nächste Frage!

4. Welche Crowdfunding- Projekte würde ich unterstützen/habe ich unterstützt?

Habe ich unterstützt: Ganz klar, die Vampire V20 von Ulisses. Oh, und im Game-Bereich die lang erwartete „The longest journey“-Fortsetzung. Dreamfall Chapters.

Was ich unterstützen würde? Ein Masters of the Universe RPG.
Und ich würde Tonnen an Geld auf ein Bioshock Pen and Paper mit Settingbeschreibungen zu Rapture und Columbia schmeißen.

5. Welche Rollenspielfigur sollte in ihrer Spielwelt unbedingt eine größere Rolle einnehmen?

Gar keine. Spielwelten in Spielerhand! Nein, im Ernst: Ich würde mich freuen, wenn es beispielsweise in DSA wieder „echte“ erinnerungswürdige NPCs geben würde. Die Meisterpersonen vor und während der Gezeichnetenkampagne waren beispielsweise absolut erinnerungswürdig, während ich persönlich heute keine Ahnung habe, wer gerade Herzog oder König des einen oder anderen Reiches ist. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die fortlaufende Geschichte nicht verfolgen würde; mir bleiben die Typen nur einfach nicht im Kopf, wie anno dazumal Cuano, Waldemar, Raidri, Brin, Emer, Tronde und Co.

6. Kaufempfehlung oder Meinungsaustausch – Wozu nutze ich Rezensionen?

Als Leser bin ich an subjektiven Meinungen interessiert; auch um eine Kaufentscheidung zu treffen. Wenn einer der Einhörner Nandurions oder auch Engor ne positive Rezension verfasst, bin ich zudem ziemlich sicher, dass mir das rezensierte Werk ebenfalls gefällt. Man hat ja seine Rezensionslieblinge, die ungefähr das gut finden, was man auch selbst mag. Wenn ich selbst Rezensionen schreibe, dann nicht aus Wohltätigkeit, sondern weil mich etwas entweder so begeistert oder aufgeregt hat, dass ich mich mitteilen muss. 😉 Also neige ich tatsächlich eher zum Meinungsaustausch.

7. Mein Lieblingsort für eine Auftaktszene im Rollenspielabenteuer?

Tavernen sind gut, Schiffe sind besser. Egal ob Flussfähre oder Handelsschiff auf dem Ozean: Der Mikrokosmos eines Schiffs gibt dir mehrere Vorteile. Zunächst mal die Gelegenheit für ausgiebiges Charakterspiel. Gleichzeitig hältst du als Spielleitung alle Zügel in der Hand, um etwas in diesen Mikrokosmos einbrechen zu lassen, sei es eine Wetterveränderung, das nahende Land, oder ein weiteres Schiff.
Ein Schiff ist, im Gegensatz zur Taverne, ein perfekter Ort um vom kleinen abgegrenzten Areal in ein größeres überzusetzen und zwar so, dass du dich als Spielleitung locker „warmspielen“ kannst. Außerdem bewegt sich das Schiff, man ist also eingesperrt in einem fest verschlossenen Weltausschnitt, im dem man sich durch die quasi endlose Sichtweite und ständige Bewegung aber nicht eingesperrt fühlt. Klappt selbstverständlich auch mit Raumschiffen.

8. Allein mit Hatern, Fanboys und Trollen? – Wie gerne bin ich in Rollenspielforen unterwegs?

Wahnsinnig gern. Foren sind das Salz in der Suppe des Rollenspiels. In Foren wird widersprochen. Es wird diskutiert. Und man lernt viele verschiedene Spielstile kennen.
Sie sind ein Ort des Lernens und der Weiterentwicklung. Und sie folgen eigenen Regeln und Klischees, die dem Hobby einen weiteren Aspekt hinzufügen.
Was sie aber nicht sind: Der Mittelpunkt des Hobbys. Vergessen gerne mal Leute, die denken, sie würden für die Allgemeinheit sprechen. 😉 Meiner Erfahrung nach halten sich gerade mal 5 bis 10% aller Spielerinnen und Spieler in Foren auf. Unter den mehr als 30 Mitgliedern meiner jetzigen Rollenspielgemeinschaft haben wir beispielsweise nur zwei aktive Foristen. In früheren Gruppen und Clubs war es nicht anders. Der Großteil der Szene will einfach nur spielen, nicht mit völlig Fremden schriftlich im Internet kommunizieren.

9. Klischeeschurke oder Charakterdarsteller – Wieviel Tiefenbeschreibung müssen NSCs für mich aufweisen?

Method Acting, so gut es geht. Am Besten mit Händen und Füßen und am Tisch stehend statt chipsfutternd und sitzend. Ganz im Ernst. Manchmal kann das Klischee aber dramaturgisch wichtig sein. Immer dann, wenn man plant die damit verbundene Erwartungshaltung genüsslich zu zerstören.

10. Harry, mach schon mal den Transporter klar – Welche Erfindung aus dem Fiktionalen könnte ich in der Realität dringend gebrauchen?

Die Gedankenkathedrale der Ramieliten aus Chroniken der Engel. Die Ramieliten sind dazu in der Lage, sich einen „Arbeitsspeicher“ anzulegen, den sie wie einen großen Raum betreten und gestalten können. Man kann sich in seinen Geist zurückziehen, ausgiebig schmökern, forschen und nachgrübeln, während außerhalb die Zeit nur langsam weiter läuft. Ideal für Vorbereitungen aller Art, sei es fürs Studium oder um einfach rasch ne Sache nachzulesen, die man mal irgendwann im Unterbewusstsein abgespeichert hat. Das Teil hätte ich gerne.

11. Mein Tiefpunkt – Diese Rollenspielpublikation hätte nie geschrieben werden sollen?

Echt fies, dass man nur eine nennen darf. Und die DSA-Spielhilfe Handelsherr & Kiepenkerl ist zwar ein herausragendes Stück von der Rollenspiel-Resterampe, aber den absoluten Vogel schießen die meisten DSA-Romane ab:
Stellvertretend sei hiermit dem Machwerk „Der geheime Pfad“ von Alexander Huiskes die Schrottkrone des Rollenspielmülls verliehen. Ernsthaft. Ganz harter Stoff.

Soooo….
Dann ein Stöckchen neuer Fragen, das ich theatralisch Dnalor, Teylen und dem Seifenkistenmann vor die Füße werfe:

  1. Stell dir vor, du bist Hauptverantwortliche/r deines Lieblingsrollenspiels. Welches wäre das und was würdest du dauerhaft ändern? 
  2. Wenn du ein Rollenspielgrundregelwerk auf eine einsame Insel mitnehmen könntest – Welches wäre das?
  3. High oder Low Fantasy? Was spielst du lieber? 
  4. Warst du schon einmal auf einem LIVE-Rollenspiel oder LARP-Event? Was hältst du davon?
  5. Welches PC- oder Videospiel (bzw. Franchise) verdient eine Pen & Paper-Umsetzung?
  6. Wie bist du in die „Szene“ gerutscht?
  7. Wenn Achim eine Hexe spielt. Was hältst du von Crossgender-Play im Rollenspiel? 
  8. Du oder Sie im Rollenspielwerk? Darf dich dein Rollenspielbuch duzen?
  9. Dein/e Partner/in stellt dich vor die Wahl: „Entweder dein Rollenspielzeug, oder ich! Wie fiele deine Entscheidung aus?
  10. Hand aufs Herz: Hast du eine Setting- oder Abenteueridee in der Schublade, die dringend das Licht der Welt erblicken sollte?
  11. Vervollständige folgenden Satz: Ein illegal verbreitetes Rollenspieldokument…