Es tröpfelt babybläulich unterm Splittermond

Ehrlich. Ich hab mich bemüht es zu mögen. Ich habe mich außerordentlich gefreut, dass die DSA-Monopolstellung im deutschsprachigen Fantasy-Pen and Paper aufgebrochen wird und wir etwas neues bekommen. Etwas, das auch schon durchs Setting Einzigartigkeit und Frische ausstrahlt. Bekommen haben wir leider nur Splittermond, das seit dem Jahr 2013 mit hohem Herzbluteinsatz (den man nicht leugnen kann) angetreten ist und in (fast) allen Punkten scheitert. Und zwar bereits dort, wo es um „Einzigartigkeit und Frische“ geht. Wäre dies hier eine Rezension und kein Kommentar, so wäre sie mein allererster Verriss auf diesen Seiten. Und das hat Splittermond dann doch nicht verdient. Denn das Spiel macht viel richtig. Nur nicht dort, wo es wirklich nötig wäre. Doch fangen wir vorne an. Bei einem Blogeintrag aus dem Jahr 2013. Damals schrieben die Macher in diesem Newsbeitrag auf die Frage: „Und was ist jetzt wirklich neu bei Splittermond?“ folgendes:

„Nun ja: Varge und Gnome als wichtige Spielervölker sind nicht sooo häufig. Zauberei für alle auch nicht. Und kaputte Monde, die ihr magisches Gestein übers Land verteilen, zählen auch nicht gerade zu den Fantasy-Standards …

Und wir haben Portale. Mehrere davon. Einer der Pfeiler kontinentweiten Reisens und Handelns. Und plötzlich bekommen auch die erwähnten Standards ein ganz anderes Flair, wenn die „asiatische“ und die „europäische“ Kultur sich beeinflussen können (und Elfen über Zwerge schimpfen, die einen Subkontinent entfernt wohnen …).“ (Quelle)

Ächz. Na schön. Quälen wir uns mal durch…

Varge haben wir als Worgen unter anderem bei WoW, Gnome übrigens auch; die kommen auch bei D&D, Pathfinder und Co vor. Im Grunde sind erstere die übliche Fassung des Mensch-Tier-Hybriden, wie man sie als Echsenmenschen, Rattenmenschen und Katzenmenschen zuhauf findet; in diesem Fall konkret zurückgehend auf altägyptische Anubiskrieger, die gerne auch mal in der untoten Variante durch die Warhammerwelt oder andere High Fantasy Reiche ziehen. Ob Schakal, Hund oder Wolf, das Konzept ist immer das selbe. Und Gnome sind absolute Fantasy-Standardkost. Zauberei steht grundsätzlich allen offen? Willkommen bei Skyrim und Co. Und in so ziemlich jedem MMO. Kaputte Monde, die magisches Gestein übers Land verteilen? Nochmal Warhammerwelt – hallo Mortheim. Und einen kaputten Mond gibt es obendrein bei Heredium. Ebenfalls deutschsprachig, ebenfalls mit einem kaputten Mond im Logo.

Na gut, dann bleiben ja noch die Portale. Unfassbar innovativ. Sogar so innovativ, dass hinter ihnen „Mondpfade“ liegen, die nicht weniger sind als eine 1:1 Kopie der „Limbischen Pfade“ Rakshazars. Aber ist ja nur ein kleines popliges Loser-Fanprojekt; ebenfalls deutschsprachig, ebenfalls von Leuten mit DSA-Hintergrund, wird schon keinem auffallen… Hab auch gar nix gesagt.

Kleiner gehässiger Exkurs zu den Mondpfaden/Limbuspfaden,
der gerne übersprungen werden darf.

Name:
Lorakis: Mondpfade
Rakshazar: Limbische Pfade
(Spiel-)Zweck:
Lorakis: Schnellen Settingwechsel innerhalb der Spielwelt ermöglichen; Erweiterung der Spielwelt um eine zusätzliche Ebene. Normale Reisen sollen nicht ersetzt werden.

Rakshazar: Schnellen Settingwechsel innerhalb der Spielwelt ermöglichen; Erweiterung der Spielwelt um eine zusätzliche Ebene. Normale Reisen sollen nicht ersetzt werden.
Reiseart:
Lorakis: Reisen auf „Wanderwegen“ mit Ein- und Ausgang. Strecken können in kürzerer Zeit zurückgelegt werden, aber nicht unmittelbar wie durch ein „Stargate“.
Rakshazar: Reisen auf „Wanderwegen“ mit Ein- und Ausgang. Strecken können in kürzerer Zeit zurückgelegt werden, aber nicht unmittelbar wie durch ein „Stargate“.
Durchwandertes Gebiet:
Lorakis: Die Feenwelt.
Rakshazar: Die Limbuswelt der Donari (=Elfen)

Beschaffenheit:
Lorakis: Kein Wurmlochtunnel, sondern Wege, auf denen man aber tunlichst bleiben sollte, da nur diese Wege sicher sind und außerhalb davon physikalische Gesetze veränderlich sein können.
Rakshazar: Kein Wurmlochtunnel, sondern Wege, auf denen man aber tunlichst bleiben sollte, da nur diese Wege sicher sind und außerhalb davon physikalische Gesetze veränderlich sein können.
Betreiber:
Lorakis: Verstoßene Gnome, organisiert als „Portalgilde“.

Rakshazar: Verstoßene Elfen, organisiert als „Pfadwandler“
Übernatürliche, mächtige Beschützer/Wahrer der Pfade:

Lorakis: Feenherrscher
Rakshazar: Ahnherren
Orientierungsmöglichkeiten:
Lorakis: Gabe der „Portalsicht“, um nicht den Verwirrungen und Verlockungen der Pfade zu erliegen. Ist vor allem bei den Betreibern verbreitet.
Rakshazar: Sonderfertigkeit des „Pfadgespürs“, um nicht den Verwirrungen und Verlockungen der Pfade zu erliegen. Ist vor allem bei den Betreibern verbreitet.
Pfadnutzer mit Ausnahme der Betreiber:
Lorakis: Karawanen von i.d.R. Kleineren Gruppen oder Warenlieferungen, angeführt von einem kundigen Führer, gegen Bezahlung an die Betreiber.
Rakshazar: Karawanen von i.d.R. Kleineren Gruppen oder Warenlieferungen, angeführt von einem kundigen Führer, gegen Bezahlung an die Betreiber.
Mögliche Abenteueraufhänger:
Lorakis: Entdeckung/Wieder-Inbetriebnahme weiterer Pfade.
Rakshazar: Entdeckung/ Wieder-Inbetriebnahme weiterer Pfade.
Uraltes Erbe:
Lorakis: Zur „Drachlingszeit“ (Erbauer der Pfade) gab es noch mehr Pfade; viele sind heute verschollen oder versiegelt. Ungefähr in diese Zeit fällt auch die Zerstörung des Mondes, der in der Folge magische Mondsplitter verteilte.
Rakshazar: Zur Zeit „Callastirs“ (Erbauer der Pfade) gab es noch mehr Pfade; viele sind heute verschollen oder versiegelt. Ungefähr in diese Zeit fällt auch der Einschlag des Kometen, der mutagene Kometenasche und chaosmagische Kometensplitter verteilte.

Zufälle gibt’s immer*. Ich weiß. Aber festzuhalten bleibt: Nein, liebes Splittermond-Team. Nichts von dem, was ihr da aufführt ist „wirklich neu“.

Dabei ist „Inspiration“, um es vorsichtig auszudrücken, grundsätzlich nichts schlimmes. Letztlich speisen sich alle typischen „EDO-Settings“ (Elves, Dwarfs, Orcs) aus dem immer gleichen tolkienesken Hintergrund. Doch das Splittermond-Team verpackt vermeintliche Innovationen so selbstbewusst, dass man ihm zumindest abnimmt, an die eigenen Worte zu glauben.

Erstmals habe ich mich vor knapp zwei Jahren mit Splittermond beschäftigt. Der Weltenband für Lorakis, der Welt des Settings, war erschienen und ich blätterte interessiert durch das Buch. Meine damalige Einschätzung habe ich im Orkenspalter- Forum in Worte gefasst und ich möchte sie im Folgenden als Grundlage verwenden, um zu schauen wo das blaue Rollenspiel heutzutage steht.

Meine Weltenband-Rezension aus dem Mai 2014:

Wasch mich, aber mach mich nicht nass!
Splittermond ist erschienen und wird landauf, landab in Foren und Blogs als das erste originär deutsche P&P seit DSA bejubelt. Was viele Menschen zu vergessen haben scheinen: Die „Chroniken der Engel“ hatten 2003 bereits dieses schwere Erbe angetreten und sind nach einem mittelschweren Veröffentlichungsdesaster in den Krematorien von Roma Æterna gelandet. Skepsis ist also angeraten. Nun also Splittermond, das sowohl auf den ersten, als auch auf den zweiten Blick wie das babyblaue Trotzspielzeug gegangener oder gegangen wordener DSA-AutorInnen (neunzehn an der Zahl!) wirkt. (WER hat als Layoutfarbe dieses Babyblau zu verantworten?!?)

Das mutmaßliche Elend fängt schon bei der Namensgebung an: Wer den durchaus poetischen Splittermond genretypisch abkürzt (WoD, DSA, DnD), der darf seinem uneingeweihten Freundes- und Kollegenkreis künftig vorschwärmen, dass „das Rollenspiel in der SM-Runde“ am Wochenende wieder ganz intensiv war. Da hilft auch die verschämt nachgeschobene Abkürzung „SpliMo“ nichts; das weckt eher Erinnerungen an die Kinder-Knetmasse Fimo. Und das alles nur, weil niemand auf das (noch poetischere und sogar im Spielsinne korrekte) „Unter dem Splittermond“ (UdS) gekommen ist.
Denn anders als man zunächst vermuten könnte spielt das Setting nicht auf dem zerstückelten Trabanten, sondern auf der dazugehörigen Welt Lorakis.

Öffnen wir den Weltenband, werden wir sogleich etwas beruhigt. Auf 288 Seiten bietet sich uns ein angenehm präsentiertes, nicht zu detailliertes Setting, das viele Kritikpunkte am Marktführer DSA routiniert wegwischt. Kein klein in klein, auch keine gequetschten Kulturen und Regionen, sondern riesige Spielwiesen für Spielleitung und Spielerschaft. Der ambitionierten Spielleitung werden bis zu 30 % des Settings als weiße Flecken überlassen, die nach Herzenslust ausgefüllt oder weggebombt werden können. Der angenehm unaufdringliche Metaplot darf verfolgt oder missachtet werden; etwas, das den Rakshazar-Autor in mir frohlocken lässt.

Die Regionen lassen in puncto Abwechslung kaum Wünsche offen. Ich habe ungefähr drei Dutzend unterschiedlicher Settings gezählt. Ist das jetzt Fluch oder Segen? Wie das gesamte System, kennt SM – im guten, wie im schlechten Sinne – keine Extreme. Grundsätzlich ist einfach mal alles möglich. Was sich in derischen Gefilden auf mehrere Kontinente und Globulen erstreckt, liefert Lorakis quasi frei Haus.
Vom europäischen Mittelaltersetting, über orientalisch anmutende Regionen bis hin zum fernen Asien: Lorakis enthält alles, was man bislang aus Fantasysettings kannte. Hierbei orientiert sich SM überraschenderweise auch nicht an DSA, sondern eher an The Elder Scrolls (Morrowind, Skyrim) oder – in Ansätzen – Warhammer Fantasy.

Das alles ist ausnahmslos durchdacht und wunderbar aufeinander abgestimmt, wirkt aber insgesamt eher fad und aufgewärmt. Es gibt kein inhaltliches Element, das man nicht irgendwo, irgendwie schon einmal gesehen oder erlebt hätte. In Lorakis ist annähernd alles möglich. Die Bewohner sind grundsätzlich magiefähig, ein weiterer Punkt, der an Elder Scrolls erinnert. Welche Karriere ein (hier) Abenteurer genannter Held einschlägt, ist also grundsätzlich offener als im DSA-Aventurien.

SM bemüht sich redlich darum, niemandem weh zu tun und möglichst allen zu gefallen. Zu große Distanzen? Kein Problem! Klauen wir… Basteln wir halt ein stimmiges Schnellreisesystem. Lust auf epische Kreuzzüge? Kein Problem! Dank der weißen Flächen lassen sich ganze Regionen in Schutt und Asche legen. Ein Traum für SpielleiterInnen und Spielerschaft, denen die aventurische Zwangsjacke zu eng geworden ist.

Wenn man also SM einen Vorwurf machen kann, dann, dass es letztlich nur alten Wein in neuen Schläuchen präsentiert. Nichts ist wirklich unbekannt, nichts wirkt richtig mutig. Ich persönlich kann absolut nichts schlechtes über SM sagen. Wäre es die einzige „originär deutsche“ Rollenspieloption im Fantasy-Bereich; alle Daumen, die ich finden könnte, würden nach oben zeigen. Doch stelle ich mir die Frage: Wer braucht das? Wem das „deutsche“ Aventurien zu klein geworden ist, der findet im selben Universum genug Ausweichmöglichkeiten. Myranor bietet (mittlerweile) hervorragende High Fantasy, obendrein aus dem selben Haus! Der Uhrwerk-Verlag bringt nicht nur das Güldenland heraus, sondern hat neuerdings sogar eine asiatisch-derische Alternative zu bieten: Tharun. Von der aventurischen Süderweiterung Uthuria müssen wir gar nicht erst sprechen. Wozu also Lorakis? Damit, wie bösartig unterstellt, die ehemaligen DSA-AutorInnen mal ordentlich mit Ulisses, Dere und Co. „abrechnen“ können? Wenn ihnen wirklich was an Zugänglichkeit, NutzerInnenfreundlichkeit und Veränderung des deutschen P&P-Marktes bzw. der Community liegt, wieso bringt man dann einen 40 € teuren Band für ein System heraus, was noch gar nicht komplett draußen ist? So ließen und lassen sich viele investigative Fragen stellen, die das ganze Projekt/Produkt in Frage stellen. Ich fühle mich – wie gesagt – als gebranntes Kind, da mich das ganze so verflucht an das kurze, verkorkste Leben des eigentlich großartigen „Chroniken der Engel“ erinnert.

Ich wünsche Splittermond, dass die Entwickler und insbesondere der Verlag nicht die „Engel-Fehler“ wiederholen: Ein tröpfchenweises Herausbringen essentiell wichtiger Regel- und Hintergrundwerke, die in Salamitaktik über Jahre hinweg Informationshäppchen liefern und die SpielerInnen vertreiben.
Erschreckenderweise sehe ich nach wie vor bei den „Chroniken der Engel“ das größere Hit-Potential. Das war und ist etwas eigenes, einzigartiges, innovatives und spannendes, das allein durch schlechtes Marketing und desaströse Verlagsstrategie scheiterte. Splittermonds größte Stärke könnte auch der Grund für ein mögliches Scheitern des Produkts sein: Die Unverbindlichkeit, mit der das Setting daherkommt. Die Jungs und Mädels des Settings müssen jetzt in jedem Fall rasch nachschieben. Regelwerk, Abenteuerbände, Regionalspielhilfen und zwar schnell, gut und günstig. SM muss jetzt – während der Umstellung von DSA 4.1 auf 5 – die Gelegenheit nutzen, um sich auf dem Markt zu etablieren. Hier bin ich noch etwas skeptisch, da DSA in den letzten Jahren gewaltig expandiert ist. Mut zur Zuversicht gibt aber auch das bereits gescheiterte Myranor, dass 2003 schon flächendeckend abgeschrieben war und im letzten Jahr mit dem genialen Regionalband „Unter dem Sternenpfeiler“ alle Kritiker Lügen strafte.

Ich drücke SM also die Daumen, schon im ureigenen DSA-Fan-Interesse. Denn letztendlich denke ich, dass wir Spielerinnen und Spieler von einem Konkurrenzkampf zwischen zwei großen deutschen P&P-Systemen und -welten nur profitieren können. Beide werden gezwungen sein, sich in puncto Innovation und Qualität gegenseitig zu überbieten. Hoffen wir, dass nicht eine Seite auf der Strecke bleiben wird.
(Orkenspalter-Forum)

Was ist nun, im noch frühen Jahr 2016, aus diesen Hoffnungen geworden?

Die ersten Regelbände sind draußen; der Grundregelband wurde sogar kostenlos als PDF veröffentlicht, ebenso die Regionalbeschreibung der „Arwinger Mark“, die nicht mehr ins Regelbuch passten. Vorbildlich!
Das Regelwerk überzeugt inhaltlich durch eine nochmalige Überarbeitung nach den bereits im Jahr 2013 erschienenen Schnellstartregeln; die Wartezeit hat den Regeln definitiv gut getan! Noch immer scheiden sich am „Tick-System“ die Geister und die zahlreichen Tabellen (und kreuzhässlichen Charakterbögen) sind ebenfalls von Vorgestern. SM hat es aber geschafft, dass man wirklich alle Regeln in einem Band hat; im Gegensatz zu DSA 5 auch mehr Völker als nur Menschen, Zwerge und Elfen. Durch das Magiesystem lassen sich durch findige Spielleitungen auch selbstständig individuelle Erweiterungen basteln. Toll! Die Regeln sind (abgesehen vom Kampf, der insbesondere bei mehrere Beteiligten kaum noch umsetzbar ist) absolut solide; auch die Fokussierung auf die Helden ist positiv hervorzuheben; man geht keinen simulationistischen Weg, sondern in Richtung Heldenrollenspiel. Die Mortalitätsrate dürfte recht gering sein; in SM stirbt es sich als Held also nicht sehr schnell. Passt ebenfalls ins Setting, wir sind ja Helden, keine Opfer.

Ferner sind mittlerweile eine Einsteigerbox (mit zahlreichen Markern und haptischen Spielhilfen), sowie das „Arsenal“ (Mondstahlklingen) und „Bestiarium“ (Bestien und Ungeheuer) erschienen; letztere Produkte erst im zweiten Halbjahr 2015. Über den gesamten Zeitraum wurden rund ein Dutzend Abenteuer (von schwankender Qualität) veröffentlicht, so dass auch hier für Nachschub gesorgt wurde.

Was nichtsdestotrotz negativ ins Gewicht fällt: Die Spielenden sind immer noch auf die Grundregeln angewiesen, „Crunch-Fanatiker“ warten seit fast 2 Jahren auf Nachschub. Und wenigstens der „Hauch eines Metaplots“ fehlt dem Setting als Ganzes: Wer sind die Mächtigen und „Wichtigen“ der Welt? Das Personengeflecht bleibt so blass wie ein Mondstein. Auch fällt unweigerlich eine Fokussierung auf den „europäisch mittelalterlichen“ Settingteil auf. In den Blogs und Rezensionen scheint es mittlerweile Usus zu sein, dass man auf die Kompatibilität zu DSA und Co. hinweist. Und was nützt es eigentlich mit asiatischen Einflüssen zu werben, dann aber nicht zu liefern? In meiner Kurzrezension von 2014 habe ich eine Salamitaktik befürchtet. Tatsächlich tröpfelt es Produkte.

Wo bleiben die Regionalspielhilfen, um einige Regionen zu vertiefen und genauer vorzustellen? Hey, Myranor war scheintot und dann hat EIN Regionalwerk („Unter dem Sternenpfeiler“) das gesamte Setting quasi im Alleingang für unzählige neue Spieler interessant gemacht. Sowas würde Splittermond jetzt gut tun.
Und wie wäre es mit einem historischen Werk, um tiefer einzutauchen ins Setting? Wo bleiben übernatürliche Phänomene wie Magie und Götterwirken? Es gibt 135 (!) bekannte Gottheiten (man stelle sich die Anzahl an Vademecums im Regal vor…) und die Leute schreien seit Jahren nach einem Götterband und einem Zauberbuch.
Und wieso muss ausnahmslos JEDE Publikation VÖLLIG unabhängig vom Inhalt grundsätzlich BABYBLAU sein?? 

Klar, es ist unfair eine neue Welt mit bestehenden und über Jahrzehnte gewachsenen Settings zu vergleichen. Aber auch hier stellt sich dann erneut die Frage: Warum soll ich es dann spielen? Was ist „wirklich neu“? Was kann ich in Lorakis erleben, was ich woanders nicht bekomme? Diese Frage – eine der ersten, die bereits vor Erscheinen des Spiels gestellt wurde – bleibt auch heute, im Jahr 2016, immer noch unbeantwortet.
Somit schließt sich der Kreis.

Es ist nicht so als würde ich Splittermond nicht gut finden. Die Preispolitik, die Nähe zur Fanbase, die „weißen Flecken“ auf der Landkarte; das ist alles großartig! Mich beschäftigt eher, dass ich dem gesamten Projekt inhaltlich komplett gleichgültig gegenüber stehe, obwohl ich eigentlich genau der avisierten Zielgruppe entspreche. Es packt mich nicht, obwohl es mich packen müsste. Und das kann nicht allein an der Farbgebung liegen oder daran, dass ich Varge albern finde.

Insofern gönne ich mir jetzt weitere zwei Jahre, um Splittermond eine dritte Chance zu geben. Ich drücke mir ganz egoistisch die Daumen, dass ich doch noch mit Lorakis warm werde.

*Nachtrag, 01.02.2016: 

Zum Thema Mondpfade.
Der Blogeintrag ist keinen Tag alt und schon landen erboste Mails von SM-Fans in meinem Postfach.

Zum einen: Es gibt zwei Kategorien von Zufällen: Zufälle und „Zufälle“.
Wenn die Macher zweier Projekte, die sich zwischen 2007 und 2011 im selben Umfeld bewegten, teilweise sogar im Rakshazar-Projektforum angemeldet waren und auf Cons und Treffen in losem Austausch standen (die Neuauflage von Tharun entstand ursprünglich auch im Rakshazar-Forum; die Idee Uthuria auszuarbeiten übrigens auch); wenn es noch dazu einen herzlichen Austausch zwischen diesen deutschsprachigen Rollenspielschreibern im Orbit um DSA gab und diese im Abstand von knapp 5 Jahren jeweils unabhängig voneinander auf ein bis ins Detail identisches Schnellreisesystem kommen, das – in dieser Ausformulierung – bisher noch nicht dagewesen war, dann ist das in der Tat ein ziemlich großer „Zufall“.
Und aufgrund mehrerer konkreter Sachverhalte betreffend Dingen und Personen, die in die Jahre 2010 und 2011 zurückgehen (und zu denen ich mich leider nicht äußern darf), fallen die „innovativen“ Mondpfade aus Splittermond für mich definitiv in Kategorie 2.

Zum anderen: Obiger Text hat auch nicht die Mondpfade/Limbischen Pfade als Zentralthema und sollte vielleicht nicht auf diese Randnotiz reduziert werden. Ich habe mich jahrelang nicht zu diesem „Zufall“ geäußert, weil es mir schlichtweg nicht wichtig war und ich mir schon dachte, dass es für Unruhe sorgt. In diesem Blogpost diente das Pfade-Beispiel allein als Widerlegung der vermeintlichen Innovationsfülle, die Splittermond für sich in Anspruch nimmt. Sowohl Varge, Gnome, als auch kaputte Monde mit magischen Splittern von Himmelskörpern sind – genausowenig wie die Mondpfade – etwas, das zuerst Splittermond hervorgebracht hätte. Um diese Aussage allein ging es mir. Ich hätte die Mondpfade also genauso mit der berühmten und millionenfach heruntergeladenen Fanprojekt-Skyrim-Mod „Moonpath to Elsweyr“ in Verbindung bringen können; da ist der Name identisch, die Mechanik allerdings nicht.

Dass die konkrete Herangehensweise und Ausgestaltung eines Schnellreisesystems in einer Fantasywelt so großen Zuspruch findet, ehrt natürlich jedes Fanprojekt. Wir sind eine große, freundlich verbundene deutschsprachige Rollenspielcommunity, daher gönne ich jedem Ersteller von kreativem Content maximalen Erfolg.

Was ich mir für Splittermond wünsche, und das ist die zweite Absicht hinter meinem Blogpost: Etwas eigenes, neues, wirklich innovatives, was mich absolut wegflasht und mich in dieser Welt spielen lassen möchte. Und da hoffe ich einfach mal auf eine superbe Regionalspielhilfe, die aus der „guten“ Welt von Lorakis  eine „sehr gute“ macht.

Bildquelle:
Ausschnitt aus dem Splittermond-Regelwerk. Verwendung im Rahmen von Rezensionszwecken.

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14 Kommentare zu “Es tröpfelt babybläulich unterm Splittermond

  1. Cypher sagt:

    Finde diesen Blogartikel ja sehr niedlich. Die Zusammenfassung könnte lauten:

    „Fanprojekt-Autor neidet erfolgreichem Rollenspiel-System den Erfolg und schiebt angeblichen Ideendiebstahl vor.“

    Hätte der Autor den Blogartikel, den er ja anfangs so selbstherrlich zitierte, als würde er damit eine Waffe ins Feld führen, diesen nur auch tatsächlich gelesen! Dann hätte er vielleicht verstanden, dass niemand jemals gesagt hat, Splittermond hätte irgendetwas zuerst hervorgebracht hätte. Rakshazar übrigens auch nicht. Jeder klaut von jedem, das betrifft Softwarekonzerne ebenso wie Automobilhersteller und Rollenspiel-Autoren. Obwohl der Autor dies sogar einräumt, scheint er es nicht verinnerlicht zu haben, hält gar ausgemachten Müll (der zu recht am deutschen Rollenspielmarkt gescheitert ist) wie „Chroniken der Engel“ für besser.

    [Beleidigung gelöscht. – Riesländer]

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    • Gut, um es nochmal deutlich zu sagen: Rakshazar ist ein Fanprojekt, das so ziemlich überall geklaut hat, wo es was zu klauen gab. Unsere Intention war: „Wie kriegen wir Conan möglichst glaubwürdig nach Dere?“

      Den Anspruch, etwas „eigenes“ erschaffen zu haben, haben wir nie formuliert.
      Wir wollten uns auch nicht „abheben“. Wir haben für die 15 Leute geschrieben, die in DSA gerne einen auf Conan und He-Man machen wollen.
      Wir haben daher aus zigtausend Versatzstücken eine „Modifikation“ gebaut, die man an Aventurien ranklatschen kann. Als nichtkommerzielles Angebot an Fans. Da könnte man ebenso einer Skyrim- oder GTAV-Mod unterstellen, dass sie auf Witcher III eifersüchtig ist. Insofern ist keiner „neidisch“ auf Splittermond; Rakshazar hat überhaupt keinen Anspruch irgendwie erfolgreich zu sein und sich „verkaufen“ zu müssen.

      Im Gegenteil: Wir Projektler laden jeden herzlich gerne ein, sich bei uns nach Herzenslust zu bedienen. Das ist im Grundkonzept des Projekts verankert, dass jeder die Texte aufgreifen, verändern und neu kontextualisieren darf, wie er möchte.
      Insofern sehe ich das ganz entspannt, selbst wenn es sich um „Ideenklau“ handeln würde, (was ich im Übrigen auch so nicht unterschreiben würde. Ich habe von „Zufällen“ und „Inspiration“ gesprochen und finde beides ziemlich sympathisch). 😉

      Der große Unterschied ist: Splittermond MUSS sich verkaufen. Da hängt einiges dran. Also muss es auch überzeugend sein und Dinge bieten, die es bislang nicht gab. Oder den Kontext so spannend gestalten, dass man das Zusammenspiel der Komponenten interessant findet.

      Es geht im obigen Blogpost gar nicht um Rakshazar vs. Splittermond. Und ich bin auch kein Splittermond-Hater. Im Gegenteil: Bereits vor einem knappen Jahr habe ich das SM-Regelwerk förmlich in den Himmel gelobt. Müsste ich allein das Regelwerk rezensieren, es erhielte von mir 8,5 von 10 Punkten. Die einzigen Abzüge würde ich beim Layout und Design, sowie dem Tick-System setzen, das bei hohem Gegneraufkommen ziemlich frickelig wird.

      Mal ne Gegenfrage: Wäre die Empörung genauso groß, wenn ich den Mondpfade-Vergleich gar nicht erwähnt hätte? Mit Sicherheit nicht. Das ist jetzt allein deshalb interessant, weil der Blogger persönlich involviert ist und sich nunmal gut mit „seinem“ Setting auskennt und diverse Parallelen sieht zwischen den Mondpfaden und den Limbischen Pfaden. Punkt. Und die Limbischen Pfade sind ironischerweise so ziemlich das einzige originäre Rakshazar-Gewächs, das genau den Überlegungen folgt, die Splittermond den Mondpfaden einräumt.

      Ich könnte jetzt trotzdem mindestens 5 Punkte nennen, wo sich die Mondpfade ganz klar von den Limbischen Pfaden unterscheiden. So what?
      Pack den Rieslandvergleich an die Seite und lies den Blog nochmal und stell dir die Frage „Was will uns der Autor damit sagen?“ Ganz gewiss nicht „Fanprojekt-Autor neidet erfolgreichem Rollenspiel-System den Erfolg“. Nein, die eigentliche Überschrift müsste lauten: „Subjektiv daherschwafelnder Blogger wünscht sich, dass Splittermond endlich richtige Ecken und Kanten bekommt, an denen man sich stoßen und reiben kann.“

      Ich will mich in Foren über die Motivation von Lorakis „Prominenten“ austauschen; darüber rätseln was Schurke A als nächstes mit Region B vorhat. Ich möchte Mutmaßungen anstellen, welche Konsequenzen Handlung A auf Sachverhalt B hat und genau DAS erleben, was eine Welt tatsächlich lebendig macht. Splittermond KANN das, aber derzeit plätschern die Publikationen eben noch so vor sich hin. Und „Der Blogger“ findet das schade und wünscht sich nicht WENIGER sondern MEHR Splittermond.

      In der Überschrift steht etwas davon, dass Produkte nur tröpfchenweise erscheinen. DAS nervt mich. Ich will keine Tröpfchen, ich will eine verdammte Sturzflut! Das will dieser Blogpost sagen. Mehr, mehr, mehr!
      Und nicht schimpfen, dass die Babyblauen ihre eigene Form der Donaripfade eingebaut haben. Was für ein Unsinn, werte Cypher…

      Und noch etwas: Wer Ironie nicht erkennen kann, sollte sich vielleicht nicht in Blogs herumtreiben, denn da ist die subjektiv-sarkastische Meinungsdichte eben höher als in wissenschaftlich fundierten Fachartikeln.

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  2. Quendan sagt:

    @Der Riesländer: Ich habe mal bei uns im Forum geantwortet bevor ich hier die Kommentare las. Leider auch da vor allem zu den Mondpfad-Vergleich, da der nun mal die höchsten Wellen schlägt. 😉 Aber ich hab auch versucht auf die allgemeine Frage abschließend zu antworten. Siehe hier:

    http://forum.splittermond.de/index.php?topic=74.msg78343#msg78343

    Zu dem Punkt mit dem Tröpfeln: Ja, finde auch schade, dass wir noch nicht mehr Produkte draußen haben (naturgemäß 😉 ). Aber wir haben auch nun mal nur ein begrenztes Team. In anderthalb Jahren seit dem GRW und dem Weltband sind immerhin einige Produkte rausgekommen. Klar, keine regionalen Sachen außer der Arwinger Mark. Aber da kommen Dakardsmyr und Selenia sehr bald, Zhoujiang in jedem Fall auch noch dieses Jahr. Vielleicht ist da ja was für dich dabei. 🙂 Der Feenband kommt noch im März voraussichtlich. Auch der Götterband ist für dieses Jahr geplant. Und weitere Abenteuer sowieso. 2016 dürfte das bisher „beste“ Jahr für Splittermond sein, wenn man mehr Produkte will.

    Und zu deiner einen Frage noch: „Mal ne Gegenfrage: Wäre die Empörung genauso groß, wenn ich den Mondpfade-Vergleich gar nicht erwähnt hätte? Mit Sicherheit nicht.“

    Nein, wahrscheinlich nicht im geringsten. 😉

    Liebe Grüße
    Quendan / Uli

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  3. Hallo Uli,
    vielen Dank für das Statement.

    Ein Einwurf muss noch zu einer deiner Aussagen im Forum gestattet sein: „Ich bezweifel sogar, dass irgendeiner der Macher, die die Mondpfade bei uns entworfen haben, jemals sich näher als oberflächlich mit dem Fanprojekt beschäftigt haben.“

    Ich weiß tatsächlich nicht, wer konkret die Mondpfade bei euch entworfen hat, aber ich weiß von ein paar Leuten, die in eurem Impressum stehen, dass sie sich sehr intensiv mit Rakshazar beschäftigt haben; weiter möchte ich aus gewissen Gründen nicht ins Detail gehen. 😉

    Und damit möchte ich jetzt auch meinerseits nen Strich unter diesen Unterpunkt setzen. 😉

    Zum Ausblick: Na, wenn es so viele Sachen gibt, die dieses Jahr rauskommen, werde ich wohl diesmal keine weiteren zwei Jahre warten, sondern ausnahmsweise nur ein Jahr, bevor ich wieder in Lorakis vorbeischaue.

    Die blaue Reihe im Regal muss wachsen. (Ja ja, ich weiß, ich hacke liebend gern auf der Farbe rum…) ^^

    Viele Grüße

    Raphael

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  4. Cypher sagt:

    Zwei Punkte, auf mehr einzugehen, dafür fehlt mir einfach die Muße. Offenkundig löscht du ja einfach alles, mit dem du dich nicht auseinander setzen möchtest. 😉

    1.) „Und die Limbischen Pfade sind ironischerweise so ziemlich das einzige originäre Rakshazar-Gewächs, das genau den Überlegungen folgt, die Splittermond den Mondpfaden einräumt.“

    Leider sind die Mondpfade so überhaupt nicht „originär Rakshazar“. Es gab sie schon in der WoD (Mondportale, Reisen durchs Umbra), es gibt sie in diversen Versionen von Hinz und Kunz. Es war keine innovative Idee.

    2.) Der Umstand, dass du den (in Relation zur Anzahl der Verlagsangestellten und der Qualität) echt beeindruckenden Produktionsoutput als „tröpfchenweise“ bezeichnest, zeugt entweder von Dreistheit oder fehlendem Sachverstand in Bezug auf die Produktion von Rollenspielbüchern.

    Du hast ja selbst gesagt: Splittermond muss sich verkaufen, das Riesland-Projekt nicht, denn das interessiert, unterm Strich, nicht so wirklich jemanden. Da muss man dann eben auch keine Qualitätsprodukte liefern.

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    • Werte/r Cypher,

      zunächst die Info, dass ich in meinem Blog grundsätzlich GAR NICHTS veröffentlichen muss, sondern „zensieren“ darf, wie es mir beliebt. 😉
      Mache ich aber nicht, sonst würde ich ja deinen Kommentar nicht freischalten.
      Was ich tatsächlich lösche sind persönliche Beleidigungen.

      Zu deinem ersten Punkt: Ich möchte da – wie gesagt – gar nicht mehr groß drauf eingehen. Nur soviel: Natürlich gab und gibt es ähnliche Konzepte, die irgendwo irgendwie immer wieder recycled werden. Ich habe selber gesagt, dass wir Riesländer geklaut haben wie die Raben. Aber die Pfade in all ihren konkreten Details, in dieser ganz bestimmten Ausprägung, sind mir in einem originär deutschsprachigen Setting (wozu die mir sehr vertraute WoD nicht gehört) eben vor 2008 noch nicht untergekommen.

      Zum zweiten Punkt: Fehlender Sachverstand? Nein. Dreistigkeit? Ja, natürlich. Wer hat denn gesagt, dass ich nicht polemisch und dreist nach Nachschub krähen darf? Das tue ich.
      Und jetzt?

      Nochmal: Das hier ist ein Blog. Also das subjektive Geschwafel eines emotionalen Rollenspiel-Fanboys. Und nun? Wo ist genau dein Problem?

      Ich weiß ziemlich genau, was Publikationen für eine Knochenarbeit bedeuten. Und ich weiß auch, dass es nicht sehr objektiv ist, einem Projekt Langsamkeit vorzuwerfen. Es ist dreist, unsachlich, polemisch und provokativ.

      Wenn es so angekommen ist, ist es richtig angekommen. 😉

      PS:
      Ich hab die „Age of Sigmar-Hater“ überlebt. DAS ist ein echter fackelschwingender Mob. ^^ Dagegen sind eingeschnappte Splittermondler auf meiner persönlichen Shitstormskala irgendwo bei lauwarmen 30 %.

      PPS:
      Zum Vorwurf des „Rakshazar interessiert ja keinen…“

      Anzahl Downloads unseres Hauptbandes: 5247 (bei Rakshazar.de) und 18.404 (bei Orkenspalter.de)

      Anzahl Downloads unseres Arsenalbandes: 1600 (bei Rakshazar.de) und 192.556 (bei Orkenspalter.de)

      Anzahl Downloads unserer Abenteueranthologie: 2742 (Rakshazar.de) und 279.636 (Orkenspalter.de)

      Letztere Rakshazar-PDFs sind die mit Abstand am Meisten heruntergeladenen Produkte beim Orkenspalter. (Quelle)

      Ich mag mich verzählt haben und bin ebenfalls etwas überrascht, aber das sind irgendwie mehr als die 15 Leute, für die wir es eigentlich gemacht hatten…

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  5. Jan sagt:

    Interessanter Kommentar (irgendwie ist es ja doch eine formlose Rezi, oder?). Mir stößt etwas merkwürdig auf, wie du die Sache angehst. Beispiel (sinngemäß): Der wenige Metaplot wird positiv hervorgehoben, später das Fehlen oder die mangelnde Dichte des Metaplots kritisiert. Oder wenn du schreibst es wäre unfair bestimmte Punkte zu kritisieren, es dann aber gleich danach tust, aber nicht erklärst, warum du wider Erwarten so “unfair“ bist. Positive Punkte sind meist “ganz in Ordnung“, negative aber im Regelfall die Oberkacke. Ist am Handy recht nervig dazu konkretere Beispiele rauszusuchen, kann ich aber bei Bedarf machen. Kannst du wären, warum du diesen Stil gewählt hast? Erweckt einen sehr tendenziösen und polemischen Eindruck. War das seine Absicht?

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    • Hallo Jan,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Nein, das siehst du absolut richtig. Ist tatsächlich missverständlich, aber leicht erklärt:

      Der „wenige Metaplot“, den ich da so lobend erwähne, bezieht sich auf die Weltenband-Rezension von 2014. Für Bände, die eine gewisse Weile als Standardwerk gelten müssen, ist es absolut empfehlenswert, wenn sie sich nicht zu tief mit Metaplotdingen beschäftigen, da dieser ja voranschreitet und das Werk nach und nach entwertet.
      Daher ist der fehlende Metaplot in einer Weltbeschreibung eine sehr gute Sache, denn das fördert die „Haltbarkeit“ der angegeben Informationen.

      Auf das Rollenspiel Splittermond insgesamt gesehen, fehlt mir aber so etwas wie eine spannende fortlaufende Geschichtsschreibung. (Auch wenn man nicht gleich übertreiben muss, wie Aventurien…)
      Dass der Metaplot nicht im Weltenbuch thematisiert wird, soll ja nicht heißen, dass es keinen geben darf und sollte.

      Tatsächlich habe ich den Fehler gemacht, die damalige Rezension in meinen Kommentar einzubetten, statt sie einfach nur zu verlinken. Daher tauchen in obigen Text augenscheinlich zwei gegenteilige Meinungen auf, da hast du völlig Recht.

      Und noch ein paar Worte zum tendenziösen und polemischen Eindruck: Das hefte ich mir gerne an die Jacke. Ich lege in Kommentaren keinen Wert auf Ausgewogenheit und Objektivität, sondern auf Begeisterung und Emotionalität. Ich persönlich mag keine langen Erörterungen, sondern Emotionen. Wenn ich mir beispielsweise Rezensionen zu Games anschaue, dann lese ich ungern die Rezension einer Spielezeitschrift, sondern schaue lieber einem Angry Joe zu, wie er ein Spiel mit maximaler Begeisterung, Albernheit und Polemik abwechselnd in den Himmel lobt und sich gleichzeitig über einzelne Dinge tierisch ärgert. Das ist gerne mal sperrig und anstrengend, aber ebenso unterhaltsam und informativ.

      Ich persönlich mag es nicht, wie einige Hardcore-Fans in unserem Hobby mit versteinerter Miene und ernstem Blick Luft holen, um ihr Lieblingsrollenspiel in Blogs oder auf Cons zu präsentieren oder zu verteidigen, als würde es gerade zum Schafott geführt. Für mich muss es einfach menscheln, da ist mir Ausgewogenheit und Fairness egal. 😉

      Müsste ich etwas verkaufen oder würde ich an einem Rollenspiel(verlag) mitverdienen, könnte ich ja neutral oder wertend schreiben. Tue ich aber zum Glück nicht. Also schreibe ich bewusst emotional und eben ein stückweit „barbarisch“. 😉

      Ich habe – insbesondere für die WoD-Rezis – da entsprechend ambivalente Rückmeldungen bekommen. Einige Leser finden die Art und Weise super und mögen genau aus diesem Grunde meine Rezis und Kommentare gerne.
      Andere finden das nicht sehr toll; für die gibt es aber mit Sicherheit seriösere Angebote im deutschsprachigen RPG-Netz. 🙂

      Als erste Anlaufstelle für wirkliche RPG-Exegese ist da in meinen Augen RPGnosis zu erwähnen. Die DSA5-Rezension ist die wohl krasseste und genaueste Fleißarbeit, die ich jemals in Bezug auf Rollenspielregelwerke gelesen habe. Das war quasi keine Rezension mehr, sondern ein „wissenschaftlicher Begleitband“. Und das meine ich absolut positiv, denn es gibt Leserinnen und Leser, denen das maximal hilft.

      Also: Preiset die Vielfalt! 😉

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  6. Maria sagt:

    Schöner Blogpost. Der Mondpfadpunkt schadet dem Ganzen schon etwas (neu ist das auch im Fanprojekt nicht, Malazan oder Rad der Zeit haben beide solche Pfade, die ziemlich exakt gleich funktionieren, und ältere Fantasy hatte es ebenfalls – Feenwege haben einen Bart, den Warhammer-Zwerge beneiden würden), denn an sich ist dein Punkt absolut richtig. Ich habe mich gerade durch das Setting gearbeitet, und stimme dir in allen Punkten zu – es ist unverbindlich und Standard.

    Es gibt Elemente, die wirklich interessant und vertiefenswert wären, um als Alleinstellungsmerkmal dienen zu können, aber das sind alles Randelemente, die Splittermond entweder in entlegene Winkel platziert hat… oder sich offensichtlich für die Zukunft aufhebt.

    Im Ernst: Ich mag Splittermond an sich. Die asiatisch angehauchten Gebiete finde ich um WELTEN ansprechender als Tharun insgesamt. Aber irgendwie ist trotzdem doch sehr oberflächlich und generisch.

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  7. Selenon sagt:

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Blogger recht hat.
    Silbermond ist boring as fuck.

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